LIFE
12/09/2018 12:32 CEST

Polizist trifft drogenabhängige Schwangere und erfüllt ihren größten Wunsch

"Das ist etwas, das jeder tun kann"

  • Ein US-amerikanischer Polizist hat das Kind einer drogensüchtigen Obdachlosen adoptiert.
  • Die Obdachlose kannte den Polizisten von der Straße und suchte ihn als Adoptiv-Vater aus.

Die meisten Polizisten möchten “Freund und Helfer” sein. Diese Philosophie hat Polizist Jesse Whitten aus Santa Rosa im US-Bundesstaat Kalifornien in die Tat umgesetzt.

Wie der US-TV-Sender KTVU berichtete, hat der bereits vierfache Vater die sechs Monate alte Tochter einer Obdachlosen adoptiert.

“Eine besondere Freundschaft”

Er lernte die obdachlose Schwangere während einer Streife kennen und fuhr sie zu einem Obdachlosenheim und einem Entzugszentrum. 

“Immer, wenn ich sie auf Streife gesehen habe und mit ihr zu tun hatte, haben wir miteinander geredet”, sagte Whitten.

“Wir haben eine besondere Art von Freundschaft entwickelt. Es passiert ja nicht oft, dass man jemanden trifft, der schwanger und obdachlos ist.”

Mehr zum Thema: Müllberge und Kot: Polizei befreit Kinder aus Haus der Mutter

 

Einmal besuchte Jesse Whitten zusammen mit seiner Frau Ashley die drogensüchtige Obdachlose. Ashley Whitten bemerkte, dass die Frau schwanger war: “Sie sagte ‘oh, ja’, nahm meine Hand und legte sie auf ihren Bauch”, erinnerte sie sich.  

Die Whittens überzeugten die obdachlose Schwangere, sich und ihr Kind im Krankenhaus untersuchen zu lassen. Den Whittens gab sie die Ultraschall-Aufnahme.

“Hart aber fair”

Doch ihre Drogensucht konnte die schwangere Obdachlose nicht überwinden.

Am Valentinstag 2018 klingelte dann das Telefon der Whittens. Eine Sozialarbeiterin fragte, ob die Whittens das Kind der Obdachlosen adoptieren könnten. Sie habe explizit nach Jesse Whitten gefragt.

Die Whittens fuhren mit ihren Kindern ins Krankenhaus, um die frisch gebackene Mutter zu besuchen. “Wir waren uns zunächst nicht sicher, ob sie möchte, dass wir das Kind für immer nehmen”, sagte Ashley Whitten. Doch die obdachlose Mutter stimmte zu.

“Sie sagte: ’Ich wusste, dass ihr Töchter habt. Ich wusste, dass ihr hart, aber fair seid.”

“Jeder kann das tun”

Am 30. August adoptierten die Whittens das Baby offiziell. Sie nannten sie Harlow Masie. 

Am Anfang litt das Baby noch an den Folgen der Heroinsucht seiner leiblichen Mutter. Mittlerweile hat sie sich jedoch erholt und gut in die Familie integriert.

“Wir haben gar nichts so Besonderes getan. Wir sind nicht einzigartig”, sagte Ashley Whitten.

“Das ist etwas, das jeder tun kann. Das Adoptionssystem braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen. Als sie uns angerufen hat, sind wir gekommen. Ich hoffe, dass viele Menschen von dieser Geschichte hören und verstehen, dass sie das Gleiche tun können”  

(glm)