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29/01/2019 14:51 CET | Aktualisiert 29/01/2019 16:09 CET

Blaulicht: Polizist muss 528 Euro Strafe zahlen – weil er Verbrecher jagte

Auch Polizisten müssen sich an das Gesetz halten.

alinghiblue via Getty Images
Ein Genfer Polizist muss sich wegen eines Verkehrsdelikts vor Gericht verantworten. (Symbolbild) 
  • In Genf hat sich ein Polizist am heutigen Dienstag vor Gericht verantworten müssen. 
  • Er hatte bei einer Verfolgungsjagd offensichtlich gegen das Gesetz verstoßen und muss nun eine hohe Geldstrafe zahlen.

Polizisten haben sicher keinen einfachen Beruf. Ob Taschendiebstähle, häusliche Gewalt oder Verkehrsdelikte – den Beruf zeichnet unter anderem eine große Vielfalt und großes Verantwortungsbewusstsein aus.

Auch Verfolgungsjagden gehören dazu. Ein Polizist aus dem schweizerischen Genf wollte 2015 auf diese Weise Verbrecher dingfest machen. Darüber berichtet die Schweizer Online-Zeitung “Blick”.

Polizei-Beamter war zu schnell unterwegs

2015 haben mehrere Personen einen Bankautomaten in die Luft gesprengt und sich aus dem Staub gemacht. Mit einer Kollegin habe der Polizist sich in den Streifenwagen gesetzt und die Verfolgung aufgenommen.  

Da sie die Verbrecher einholen wollten, drückte der Beamte kräftig aufs Gaspedal. Kurz vor vier Uhr in der Früh wurde der Streifenwagen laut des Berichts geblitzt. Der Beamte soll 42 Kilometer pro Stunde zu schnell gefahren sein. Zuvor soll der Polizist schon 30 Kilometer pro Stunde zu schnell unterwegs gewesen sein, wie eine andere Radarmessung innerorts feststellte.

Anfangs seien die Polizisten mit Blaulicht und Sirene unterwegs gewesen. Nach einer Weile habe die Kollegin den Ton aus taktischen Gründen jedoch abgeschaltet. 

Polizist muss umgerechnet 528 Euro Strafe zahlen

Innerorts war eine Geschwindigkeit von 50 Kilometer pro Stunde erlaubt. Aufgrund die Verfolgungsjagd sei der Streifenwagen mit 92 Kilometer pro Stunde durch Genf gebrettert.

Beim ersten Verstoß, bei dem der Beamte 30 Kilometer pro Stunde zu schnell unterwegs war, sei das Schweizer Bundesgericht noch gnädig gewesen. Denn diese Fahrt wurde laut Zeitungsbericht als notwendige Dienstfahrt eingestuft. 

Womöglich haben das Blaulicht und die Sirene die Polizisten in diesem Fall vor einer Strafe bewahrt.

Bei dem zweiten Vergehen war jedoch Schluss. Das Genfer Kantonsgericht verurteilte den Polizeibeamten wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln zu einer Geldstrafe von umgerechnet 528 Euro. 

Das Gericht begründete das Urteil damit, dass kein Menschenleben auf dem Spiel gestanden habe und die Geschwindigkeit deshalb bei einer Dienstfahrt immer verhältnismäßig sein müsste. 

Der Polizist habe in diesem Fall gewusst, dass die Flüchtenden niemanden verletzt hätten. Er hätte die Geschwindigkeit anpassen müssen, um nicht dritte Personen zu gefährden.

(chr)