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27/02/2019 15:27 CET

Polizei: Hund gepfändet und bei Ebay verkauft – Beamtin verklagt Stadt

Der Hund befand sich in einem miserablen Zustand.

Kristin Oldenburg / EyeEm via Getty Images
Die Polizei ermittelt gegen den Verkäufer des Hundes. (Symbolbild) 
  • Eine Polizistin kauft einen Hund auf Ebay Kleinanzeigen.
  • Als sie beim Verkäufer anruft, offenbart sich ein großer Skandal.

Eine Frau war auf der Plattform Ebay Kleinanzeigen unterwegs, als ihr eine Verkaufsanzeige für einen Mops ins Auge sprang. Erst einmal nichts Ungewöhnliches, denn auf der Verkaufsseite werden immer wieder Tiere angeboten.

Die Käuferin bemerkte jedoch bereits beim Preis von 750 Euro, dass etwas nicht stimmt. Möpse werden nämlich mit 1500 bis 2000 Euro gehandelt.

Trotzdem entschied sie sich dazu, den Hund zu kaufen. Als er bei ihr eintraf, merkte die Frau schnell, dass es dem Tier nicht so gut ging, wie es die Anzeige versprach. 

Sie kontaktierte den Verkäufer – und kam dabei etwas Schrecklichem auf die Spur. Denn: Als Verkäufer des Hundes stellte sich die Stadt Ahlen bei Hamm in Nordrhein Westfalen heraus.  

Darüber berichtete das Nachrichtenportal “Die Glocke”. 

Hund wurde gepfändet und bei Ebay verkauft

Laut Bericht hat die Stadt Ahlen den Hund namens Edda vor dem Verkaufauf Ebay gepfändet. Die ursprünglichen Besitzer des Mopses hätten es versäumt die verpflichtende Hundesteuer zu bezahlen. Daraufhin nahm die Stadt den Hund mit und pfändete ihn. Laut dem Bericht hieß es in der Kleinanzeige bei Ebay:

“Ich verkaufe eine ein Jahr alte Mopsdame mit Stammbaum. Der Name der Hündin lautet Edda vom Kappenberger See. Edda wurde am 20.06.2017 geboren. Sie ist geimpft und gechipt. Nach Rücksprache mit dem Tierarzt ist Edda kerngesund!“

Die Polizistin Michaela Jordan war diejenige, die den Hund Ende 2018 gekauft hat – vor allem, weil sie einen Betrug gewittert hatte.

Mops braucht mehrere Operationen

Nach dem Kauf musste Jordan feststellen, dass Edda alles andere als gesund war. Seit Dezember 2018 musste der Mops mehrere Augen-Operationen über sich ergehen lassen. Kosten beim Tierarzt: 1800 Euro.

Jordan sei sehr verärgert gewesen und entschied sich laut dem Nachrichtenportal, juristisch gegen den Verkäufer, also die Stadt Ahlen, vorzugehen. Im Januar nahm sie sich einen Anwalt, auch die Stadt lässt sich juristisch vertreten.

Wie konnte es dazu kommen? 

Edda wurde aus einer Familie gerissen, in der der Mann seit einem Arbeitsunfall querschnittsgelähmt und an den Rollstuhl gebunden ist. Die drei Kinder im Alter von fünf bis neun Jahren und ihre Mutter würden den ein Jahr alten Mops vermissen, schreibt das Nachrichtenportal.

Allen Anschein nach ist es rechtens ein Tier zu pfänden. So lange der Wert des Tieres über 250 Euro liege und es ein Rassehund sei, kann es durchaus vorkommen, heißt es im Bericht. 

Die Stadt Ahlen zeigte sich selbst verblüfft und sagte, dass der Fall besonders ungewöhnlich sei. Intern würde man den Fall prüfen.

(chr)