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08/03/2018 16:42 CET | Aktualisiert 08/03/2018 16:44 CET

Polizei-Fotos ohne Kopftuch: New York muss Muslimas 180.000 Dollar zahlen

Gericht spricht Frauen hohe Entschädigung zu.

  • Die Stadt New York muss drei muslimische Frauen mit hohen Summen entschädigen
  • Die Polizei hatte die Muslimas zu Fotos ohne Kopftuch in der Gegenwart von Männern gezwungen

Die Stadt New York muss drei muslimischen Frauen 180.000 Dollar, umgerechnet 145.000 Euro, zahlen, weil sie für polizeiliche Fahndungsfotos ihr Kopftuch abnehmen mussten. Das berichtete die “New York Times”.

Bereits Ende Februar hatte demnach ein Gericht in Brooklyn entschieden, dass jede der Frauen 60.000 Dollar (48.300 Euro) erhält. Jetzt macht der Fall auch in deutschsprachigen Medien Schlagzeilen.

Bitte um Foto abseits von Männern abgelehnt

► 2012 war eine Schülerin infolge eines Streits festgenommen worden. Sie hatte die Beamten gebeten, dass eine Polizistin sie in einem separaten Raum fotografiere, heißt es in der Zeitung. Doch die Polizisten hätten das abgelehnt.

► Drei Jahre später verfuhren Polizisten mit einer anderen Frau genauso. Ein Beamter soll noch “Wow, wow, wow” zu ihrer Haarpracht gesagt haben. Männliche Gefangene hätten dazu noch unpassende Bemerkungen gemacht.

► Ebenfalls 2015 wurde eine Frau zum Foto ohne Kopftuch gezwungen, die mit einem Nachbar über einen Parkplatz in Streit geraten war.

Neue Regelung gibt Frauen Recht

Keine der drei Frauen soll für die Vorwürfe verurteilt worden sein, teilte deren Anwältin mit.

2012 handhabten die Polizisten das Fotografieren mit religiöser Kopfbedeckung nicht einheitlich, heißt es. Erst 2015 und 2017 habe es Anweisung gegeben, die Frauen mit Kopftuch oder in einem separaten Raum zu fotografieren.

(ujo)