NACHRICHTEN
10/06/2018 12:24 CEST | Aktualisiert 10/06/2018 12:39 CEST

Polizei findet geknebelten Jungen – dann kommt die Wahrheit ans Licht

"Bitte tut meinem Sohn nicht weh. Ich werde das Geld besorgen."

  • Ein 13-Jähriger aus dem chinesischen Sichuan hat seine eigene Entführung inszeniert.
  • Er wollte sich mit der Lösegeldforderung ein neues Handy finanzieren.

Es klingt nach einem makabren Scherz: Ein 13-jähriger Junge aus der chinesischen Provinz Sichuan hat seine eigene Entführung vorgespielt.

► Sein perfider Plan: Er wollte mithilfe des Erpressungsgeldes ein neues Handy kaufen.

Darüber berichtete das lokale Online-Portal “Chengdu Business News”.

Die Mutter des 13-Jährigen habe plötzlich einen Anruf auf ihrem Handy erhalten.

Die Nummer stammte aus der chinesischen Stadt Beijing, knapp 1518 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt.

“Wenn du dein Kind sicher zurück haben willst...”

Als sie den Anruf entgegennahm, habe sie jemanden “Mama, Mama” schreien hören, berichtet das Portal.

Die Frau habe gefragt, wer am Hörer sei. Doch die Stimme am anderen Ende soll nur geantwortet haben: “Ein Fremder.”

Dann legte der Unbekannte einfach auf. Drei Stunden später habe er dann wieder bei der Mutter angerufen.

Doch dieses Mal sei ihr Sohn am anderen Ende der Leitung gewesen, heißt es in dem Bericht. 

Der Junge habe geweint und behauptet, er sei von vier Männern an einer Bahnstation entführt worden.

Danach war die Leitung tot und die Mutter bekam eine Textnachricht der vermeintlichen Entführer auf ihr Handy.

► In der Nachricht stand: “Wenn du dein Kind sicher zurück haben willst, bring 50.000 Yuan zur Bahnstation. Andernfalls wird er sterben.”

50.000 Yuan sind umgerechnet knapp 6600 Euro.

Frau bekam Bild von ihrem geknebelten Sohn

Zudem bekam die Frau ein Foto zugeschickt, das ihren Sohn mit einem weißen Tuch geknebelt zeigte.

► Die Mutter, offensichtlich voller Sorge um ihren Jungen, antwortete prompt: “Bitte tut meinem Sohn nicht weh. Ich werde das Geld besorgen.”

Die Frau rief laut dem Nachrichtenportal sofort die Polizei, die den Fall untersuchte.

Die Wahrheit kommt ans Licht 

Die Beamten untersuchten den Fall zwei Tage lang und fanden heraus, wo der Junge wirklich steckte: Er befand sich in einem Hotelzimmer in einer chinesischen Stadt, knapp eine Stunde von seinem Heimatort entfernt. 

► Dabei kam die Wahrheit ans Licht: Der 13-Jährige gab zu, dass er seine eigene Entführung nur gespielt habe.

Laut “Chengdu Business News” sagte er, dass er sich mehr Aufmerksamkeit von seiner Familie wünscht und mithilfe des Lösungsgeldes ein neues Handy kaufen wollte.

Was die Familie des Kindes zu dem makabren Scherz sagt, ist nicht bekannt. Gefallen dürfte es ihr aber nicht haben.

(ll)