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07/01/2019 17:01 CET

Polizei erklärt plumpe Einbrecher-Tricks – und wie ihr euch schützt

“Viele Einbrecher handeln auch spontan und nutzen Gegenstände, die sie vor Ort finden", warnt die Polizei.

  • Wie können sich Mieter und Eigentümer am besten vor einem Einbruch schützen?
  • Wir haben Ratschläge von Polizisten gesammelt.
  • Oben im Video seht ihr die Ratschläge eines ehemaligen Einbrechers, wie ihr euch schützen könnt. 

Vor drei Ereignissen haben die Deutschen am meisten Angst: einer neuen Finanzkrise, der Inflation – und vor einem Einbruch. Das war kürzlich das Ergebnis einer Umfrage des Allensbach-Instituts

Doch zumindest gegen Einbrecher haben Mieter und Vermieter wirksame Mittel zur Hand, sich zu wehren. Denn viele Einbrecher gehen laut der Polizei etwas plumper vor, als man es vielleicht gemeinhin erwarten würde. 

“Viele Einbrecher handeln auch spontan und nutzen Gegenstände, die sie vor Ort finden. Das sollten vor allem Gartenbesitzer bedenken, wenn Sie Geräte wie Spaten oder sogar einen Grill draußen stehen lassen”, warnte Georg von Strünck, Kriminalhauptkommissar und Präventionsexperte der Polizei Berlin, in der “Welt am Sonntag”.

Auch würden die Einbrecher häufig größere Steine zum Einschlagen einer Fensterscheibe oder eine Gartenbank als Einstiegshilfe nutzen. 

Ein wirksames Mittel also: Diese Gegenstände und Geräte aus dem Eingangsbereich entfernen. 

Polizist verrät weitere Trick zum Schutz vor Einbrecher

Jörg Reinemer von der Polizei Gießen erklärt in der “Welt am Sonntag”, wer besonders von einem Einbruch gefährdet sei: Bewohner von Einfamilienhäusern in Wohngebieten, besonders, wenn eine Autobahn oder eine Bundesstraße in der Nähe liege. In 90 Prozent der Fälle würden die Diebe über die Hinterseite des Hauses eindringen. 

► Wie kann man sich am besten schützen? Polizist von Strünck empfiehlt in der “Welt” Fenster und Türen der sogenannten Widerstandsklasse RC2. Die sei bei Neubauten inzwischen Standard, ältere Fenster bräuchten zusätzlich angeschraubte Riegelverschlüsse, bei modernen Fenster reiche ein Riegel mit einer umlaufenden Pilzkopfverriegelung.

Westend61 via Getty Images
Ein Einbrecher hat den Einstieg geschafft.

Einbrecher würden dann mindestens drei Minuten brauchen, um das Fenster aufzukriegen. Meist werde ein Einbruchsversuch nach drei bis fünf Minuten abgebrochen, sagt von Strünck. 

Polizei über Einbrüche: Das ist die Schwachstelle in jeder Tür

Polizei-Hauptkommissar Arno Helfrich erklärte kürzlich “Focus Online”: Die größte Schwachstelle einer Türe sei die Schraube im Schließzylinder, die den Zylinder mit der Tür verbinden. 

► Er empfiehlt daher, gute Schlösser mit hochwertigen Schrauben zu kaufen. Am besten Sicherheitsschlösser. Denn nur so seien Wohnungstüren vor ausgefuchsten Einbrechern sicher.

Kürzlich warnte die Polizei in Mainz vor einer gewiefteren Einbrecher-Methode: ein Stück Schaumstoff, das in den Spalt zwischen Tür und Angel gesteckt wird. 

► Der Trick dahinter ist einfach: Wenn die Tür geöffnet wird, fällt das Schaumstoffstück zu Boden. Steckt es jedoch noch nach einiger Zeit in der Tür, wissen Einbrecher, dass das Haus aktuell unbewohnt ist – und dass sie wohl ungestört einsteigen können.  

(jg)