POLITIK
01/01/2019 12:44 CET

Politologe: 2019 droht das vorzeitige Ende der GroKo

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Anadolu Agency via Getty Images
Droht die nächste Regierungskrise? Nahles, Maas und Merkel im Bundestag. 

Der Politikwissenschaftler Lothar Probst erklärt in einem Interview mit dem “Handelsblatt”, warum es 2019 zum vorzeitigen Ende der großen Koalition kommen könnte.

Sollten die CDU und die SPD bei den Landtags- und Kommunalwahlen deutlich an Zuspruch verlieren, “würde das die Situation in der großen Koalition erschweren und könnte zum vorzeitigen Ende der Koalition führen”, sagt Probst. Und betont: “In jedem Fall würde es die Konflikte zwischen den beiden Partnern verschärfen.”

► Der Politikwissenschaftler geht davon aus, “dass die AfD in Ostdeutschland sehr gute Ergebnisse erzielen wird”. 

Mehr zum Thema: US-Magazin rät der CDU: “Es ist Zeit, Ostdeutschland aufzugeben”

Was ihr über die anstehenden Wahlen 2019 wissen müsst: 

2019 wird in Brandenburg, Sachsen und Thüringen ein neuer Landtag gewählt. In allen drei Bundesländern könnte die AfD laut aktuellen Umfragen zweit- oder gar stärkste Kraft werden. Ein Regierungsbündnis ohne die Beteiligung der Linkspartei und der AfD würde sich für die CDU schwierig gestalten. 

Politologe Probst erklärt im Interview auch das Dilemma der CDU für die anstehenden Wahlen:

“Wenn die CDU die Mitte zu stark preisgibt und sich wieder nach rechts orientiert, verliert sie womöglich den christlich-progressiven Flügel an die Grünen. Ändert sie nichts an ihrer Position, wird es ihr nicht gelingen, einen Teil ihrer früheren Wählerschaft von der AfD zurückzugewinnen.”

Gerade in Ostdeutschland habe die AfD längst eine Stammwählerschaft aufgebaut. “Diese Wähler teilen die inhaltlichen Positionen der AfD und wollen, dass die Politik in Deutschland eine grundsätzlich andere Richtung einschlägt.”

Für die CDU werde es schwierig, diese Wähler zu erreichen. 

Welchen Kurs der Experte für die CDU vorschlägt: 

Wie kann die CDU also konservative Wähler zurückgewinnen, ohne ein progressiver gestimmtes Klientel zu vergraulen?

► Probst schlägt vor: “Es kommt für die CDU deshalb darauf an, sozialpolitisch und ökologisch moderat die Mitte zu bedienen und gesellschaftspolitisch sowie kulturell moderat ihr konservatives Profil herauszustellen.”