POLITIK
09/06/2018 20:21 CEST

Politisch brisant: Merkel verurteilt Mord an Susanna als "abscheulich"

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  • Kanzlerin Merkel hat zum Mord an der 14-Jährigen Susanne aus Wiesbaden Stellung genommen.
  • Sie verurteilte die Tat und mahnte zur Integration.
  • Oben im Video seht ihr, wie es im Fall Susanna weitergeht. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Festnahme des Tatverdächtigen im Mordfall Susanna im Nordirak und die Rückführung nach Deutschland begrüßt. “Das unfassbare Leid, dass der Familie und dem Opfer widerfahren ist, bewegt jeden und erfasst auch mich”, sagte sie am Samstag am Rande des G7-Gipfels im kanadischen La Malbaie.

Sie sprach von einem “abscheulichen Mord” und plädierte für eine entschiedene Ahndung solcher Straftaten. Wenn die Tat bewiesen sei, müsse die Justiz “mit aller Klarheit ein Urteil sprechen”.

Merkel mahnt Integration an

Der irakische Tatverdächtige Ali B. hatte sich in den Nordirak abgesetzt, war dort in der Nacht zum Freitag von kurdischen Sicherheitskräften festgenommen worden und wurde nach Deutschland ausgeflogen.

Der 20-Jährige steht im Verdacht, die am Mittwoch in Wiesbaden tot aufgefundene Susanna F. in der Nacht vom 22. auf 23. Mai vergewaltigt und anschließend durch Gewalt gegen den Hals getötet zu haben.

Merkel wertete den Fall als Aufforderung an alle, Integration ernst zu nehmen und für gemeinsame Werte einzustehen. “Wir können nur zusammenleben, wenn wir uns gemeinsam an unsere Gesetze halten”, sagte sie.

Der Mord ist für Merkel auch politisch schwierig. Rechte instrumentalisierten den Tod des Mädchens für Hetze gegen Ausländer.

Allerdings mehren sich auch Stimmen von Kritikern wie der Frankfurter Wissenschaftlerin Susanne Schröter, die vor dem Frauenbild einiger Männer aus patriarchalisch geprägten Kulturen warnen.