POLITIK
10/06/2018 19:56 CEST | Aktualisiert 10/06/2018 20:03 CEST

"Platz in der Hölle": Trumps Handelsberater macht Trudeau unerhörte Vorwürfe

Navarro nennt es freundlich, dass Trump überhaupt zum Gipfel fuhr.

Fox News
Peter Navarro (r.) sekundiert seinem Chef Donald Trump
  • Der Handelsberater Donald Trumps wirft Kanadas Premier Arglist vor.
  • Für derartiges Verhalten warte auf jeden Staatschef ein Platz in der Hölle.

Peter, Navarro, der Handelsberater von US-Präsident Donald Trump, hat in einem Interview mit dem Sender Fox News am Sonntag ungeheuerliche Vorwürfe gegen Kanadas Premier Justin Trudeau erhoben. 

Navarro ist mit seiner Wortwahl das zweifelhafte Kunststück gelungen, selbst den Affront seines Chefs zu übertreffen.

“Wir sind das Sparschwein, das jeder plündert, und das hört jetzt auf”

Die Vorgeschichte: Trump war am Samstag fünf Stunden vor dem offiziellen Ende des G7-Gipfels in Kanada Richtung Asien abgereist, wo er sich am Dienstag mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un treffen will. 

Dann, Stunden später, hatte er per Twitter angekündigt, die USA würden die gemeinsame Abschlusserklärung nicht unterzeichnen.

Seine Begründung: Trudeau hatte in der Pressekonferenz zum Abschluss des Gipfels die US-Zölle auf Stahl und Aluminium kritisiert, und seinerseits Zölle für US-Importe angekündigt, Kanada lasse sich nicht herumkommandieren.

Trump beschuldigte Trudeau, ihm erst während des Treffens schöngetan zu haben und dann nach seiner Abreise bei der Pressekonferenz die US-Position zu den Zöllen falsch dargestellt zu haben. Trudeau sei “unehrenhaft und schwach”.

Die Strafzölle sind allerdings in der achtseitigen Erklärung der Gipfelteilnehmer gar kein Thema. Kurz vor seinem Abflug hatte Trump dem transatlantischen Verhältnis noch eine Bestnote gegeben, auch wenn er die EU für brutal halte. Die USA seien ein Sparschwein, das jeder plündere, das höre jetzt auf.

Navarro wirft Trudeau Arglist vor

Der Fox-Moderator fragte Berater Navarro, ob die USA tatsächlich so mit ihrem zweitgrößten Handelspartner umgehen wollten. Und Navarro antwortete: 

Es gibt in der Hölle einen speziellen Platz für jeden ausländischen Regierungschef, der mit Präsident Donald J. Trump arglistig Diplomatie betreibt und ihm dann einen Dolch in den Rücken stößt, sobald er ihm den Rücken zuwendet. Das hat der arglistige Justin Trudeau mit der trickreichen Pressekonferenz gemacht.”

Der Glaube, Trump so überrumpeln zu können, sei eine der größten Fehleinschätzungen, die ein kanadischer Regierungschef je getroffen habe.

Und das, sagte Navarro, obwohl Trump die Freundlichkeit besessen habe, zum G7-Gipfel zu reisen, wo er doch Wichtigeres zu tun gehabt habe. Und obwohl Trump sogar bereit gewesen sei, “dieses sozialistische Kommuniqué zu unterzeichnen”.