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04/06/2018 16:58 CEST | Aktualisiert 04/06/2018 17:30 CEST

Wegen Plastikmüll im Meer: Riesiger Wal muss qualvoll verenden

Kurz vor seinem Tod soll das Tier fünf Plastiktüten erbrochen haben. In seinem Magen fanden Forscher weitere 80 Stück.

  • In Thailand ist ein Wal gestorben, weil er Unmengen an Müll verschluckt hat.
  • In seinem Magen fanden Forscher 80 Plastiktüten.
  • Im Video oben: Dieser Eimer saugt selbstständig Müll aus dem Ozean.

Alle Rettungsversuche kamen zu spät. In Thailand ist ein Grindwal grausam verendet, weil er Plastikmüll in riesigen Mengen verschluckt hatte.

Meeresbiologen hatten den Wal vergangene Woche nahe der Küste von Malaysia entdeckt. Einer der Helfer sagte gegenüber der BBC, das Tier sei nicht mehr in der Lage gewesen, sich zu bewegen. 

Rettungskräfte versuchten zwar, das Tier in den Schatten zu bringen und ihm mit Hilfe von Booten zu neuem Antrieb zu verhelfen. Doch nach einigen Tagen verstarb das Tier. Kurz vorher soll der Wal noch fünf Plastiktüten erbrochen haben.

► Als Meeresforscher das Tier obduzierten, entdeckten sie weitere 80 Plastiktüten in seinem Magen. Der Müll wog acht Kilo. 

Ein qualvoller Tod 

“Wenn du 80 Plastiktüten in deinem Magen hast, stirbst du”, sagte der Meeresbiologe Thon Thamrongnawasawat laut BBC der Nachrichtenagentur AFP. 

Denn Plastikmüll blockiert die inneren Organe eines Meerestieres und macht es ihm unmöglich, weitere Nahrung aufzunehmen.

Erst vor kurzem sorgten ähnliche Aufnahmen von einem toten Hai in Australien für Aufruhr.

Beide Fälle zeigen: Wir Menschen zerstören nach und nach unsere Umwelt und werden immer mehr zur Bedrohung für andere Arten.

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Täglich vergiften wir unsere Meere durch Plastikkonsum

75 Prozent des Mülls, der in den Ozeanen landet, besteht aus Plastik, wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) berichtet. Allein in Deutschland landet jede Minute eine ganze Tonne Plastik im Meer.

► Leider bekommen vor allem diejenigen die Folgen von Plastikmüll zu spüren, die nichts dafür können: Jedes Jahr sterben 100.000 Meeressäuger und eine Million Meeresvögel durch Plastikverschmutzung, heißt es beim NABU.

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Die Tiere verhungern, weil Plastik ihre Verdauungsorgane verstopft. Wale, Delfine und Schildkröten verfangen sich in Fischernetzen, verletzten sich dabei oder ertrinken.

Das können wir gegen die Plastikverschmutzung tun:

Die gute Nachricht ist: Wenn der Mensch das Problem ist, kann er auch die Lösung sein. Schon mit einer einzigen Entscheidung im Alltag könnt ihr helfen, die Umwelt vor Plastikmüll zu schützen. 

Zum Beispiel indem ihr:

► Auf Plastikflaschen verzichtet. Greift stattdessen lieber zu Getränken aus Glasbehältnissen oder Dosen, wenn euch der Durst packt, denn die lassen sich leichter recyceln.

► Euch nur Essen von Restaurants liefern lasst, die ihre Gerichte in Papier verpacken, statt in Styropor.

► Einen Jutebeutel mitnehmt, wenn ihr einkaufen geht. Und spart euch die kleinen Plastiktüten in der Obst- und Gemüseabteilung. 

► Umwelt-Stiftungen wie The Ocean Cleanup bei ihrem Vorhaben, die Ozeane von Müll zu befreien unterstützt.

(jds)