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23/08/2018 10:30 CEST | Aktualisiert 23/08/2018 17:28 CEST

Plastik: Wie eine Idee aus Chile die Vermüllung der Meere stoppen könnte

Nach wenigen Minuten im Wasser löst sich die Plastiktüte komplett auf.

ullstein bild via Getty Images
  • Ein chilenisches Unternehmen hat eine Plastiktüte entwickelt, die sich nach fünf Minuten im Wasser auflöst.
  • Damit will “Solubag” etwas dagegen unternehmen, dass wir jährlich mit Hunderten von Tonnen an Plastikmüll die Meere verschmutzen.

Die Welt versinkt in einem Meer aus Plastik – das belegen zumindest Bilder von schwimmenden Tüten-Inseln, zugemüllten Stränden und in Plastiknetzen gefangenen Tieren, wie sie in jüngster Zeit in den Medien kursierten.

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Und tatsächlich sind gerade Plastiktüten ein Problem für die Umwelt: Während in Deutschland der Verbrauch im Jahr 2017 um 1,3 Millionen Tüten pro Kopf und pro Jahr zurückgegangen ist, werden weltweit nach wie vor etwa eine Million Plastiktüten pro Minute verbraucht

Ein chilenisches Unternehmen könnte die Lösung für unser Plastikproblem gefunden haben

Ein chilenisches Unternehmen hat vielleicht die Lösung für dieses Problem gefunden: Solubag will im Oktober dieses Jahres eine Plastiktüte auf den Markt bringen, die sich innerhalb von fünf Minuten im Wasser auflöst.

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Damit würde Solubag eine Maßnahme gegen eines unserer derzeit schwerwiegendsten Umweltprobleme finden: Sobald Plastikmüll unsere Gewässer erreicht, stellt er eine große Gefahr für dort lebende Tiere dar: Sie drohen, sich in dem Müll zu verfangen oder daran zu ersticken, was dazu führen kann, dass ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht geraten.

 

Treibt der Plastikmüll länger in den Gewässern, zerfällt er unter Einstrahlung der Sonne zu Mikroplastik. Diese mikroskopisch kleinen Teile können über Fische und Meeresfrüchte, aber auch Salz oder Zucker von uns aufgenommen werden. 

Solubag verspricht, sich nahezu rückstandslos aufzulösen

Die Erfinder von Solubag versprechen, dass ihre Plastiktüte komplett zerfällt – das Einzige, was übrig bleibt, ist Kohlenstoff. Beim Material der Tüte griffen die Hersteller auf Kalkstein anstatt Erdöl zurück, welches komplett wasserlöslich ist. Benutzt werden kann die Solubag wie jede übliche Plastiktüte.

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Sollte sich die Solubag im Gebrauch durchsetzen, würde Chile damit definitiv eine Spitzenposition im Kampf gegen den Plastikmüll einnehmen. Seit August dieses Jahres sind Plastiktüten dort übrigens verboten – damit folgt Chile dem Beispiel von Ländern wie Ruanda.

In Anbetracht des neuen Verbots, das je nach Unternehmensgröße in bis zu zwei Jahren umzusetzen ist, könnte die Solubag eine wertvolle Alternative zu herkömmlichen Plastiktüten sein. 

(ujo)