LIFESTYLE
22/02/2018 13:34 CET

Wegen der Pille: Ihre Tochter starb an einer Lungenembolie – jetzt warnt sie andere

Der Frauenarzt klärte weder Mutter noch Tochter über die Risiken auf.

Dimitri Otis via Getty Images
Abbey Parkes nahm die Anti-Baby-Pille seit sie 14 Jahre alt war. 
  • Amanda Parkes’ Tochter Abbey starb vor rund einem Jahr aufgrund der Nebenwirkungen der Anti-Baby-Pille
  • Nun will Parkes andere Frauen vor den Risiken der Pille warnen

Die Pille hat keinen guten Ruf mehr: Klar, sie ist immer noch ein sicheres Verhütungsmittel.

► Aber die Hormone, die sie enthält, verursachen oft schlimme Stimmungsschwankungen, viele Frauen fühlen sich unwohl mit der Pille, sie erhöht das Risiko für Brustkrebs – und: Sie kann zum Tod führen. 

So war es zum Beispiel bei der 20-jährigen Abbey Parkes aus dem britischen Staffordshire. Parkes starb vor rund einem Jahr an den Folgen einer Lungenembolie – verursacht durch die Pille. 

Jetzt will ihre Mutter Amanda Parkes andere junge Frauen vor den gefährlichen Nebenwirkungen der Anti-Baby-Pille warnen. 

Abbey litt unter der Faktor-V-Mutation

Der britischen Zeitung “The Sun” erzählte Parkes jetzt, wie es zu der Tragödie ihrer Tochter kam. Schon mit 14 Jahren habe der Frauenarzt ihrer Tochter die Pille “Logynon” verschrieben, weil sie unter starken Stimmungsschwankungen während ihrer Periode litt. Abbey Parkes, die damals mit ihrem 25-jährigen Freund zusammenlebte, wusste allerdings nicht, dass sie unter einer seltenen Krankheit litt.

Das Faktor-V-Leiden ist eine Gen-Mutation, die vererblich ist und das Risiko einer Thrombose erhöht. Menschen, die diesen Gendefekt haben, bekommen häufiger ein Blutgerinnsel als Menschen ohne Mutation.

Und die Anti-Baby-Pille steigert das Risiko noch mal, weil durch sie der Östrogen-Spiegel steigt.

Was ist das Faktor-V-Leiden?

Die Faktor-V-Mutation führt dazu, dass die Aminosäure Glutamin anstelle der Aminosäure Arginin in einem Protein eingebaut wird. Das führt zu einem veränderten Gerinnungsfaktor des Blutes. Dadurch kommt es zu einem Ungleichgewicht von gerinnungsfördernden und gerinnungshemmenden Einflüssen – was wiederum das Risiko für eine Thrombose steigert

Die Mutation ist vererbbar. In Europa haben etwa 5 Prozent der Menschen die Mutation von Vater oder Mutter geerbt, etwa 0,5 Prozent von beiden Elternteilen. 

Auch Menschen, die das Gen nur von einem Elternteil vererbt bekommen haben, haben ein fünf bis zehn mal höheres Thrombose-Risiko. Menschen, die den Defekt von beiden Elternteilen haben, haben ein 50 bis 100 Mal höheres Risiko. Allerdings schätzen Ärzte, dass etwa 95 Prozent der Menschen mit der Mutation in ihrem ganzen Leben kein Blutgerinnsel haben. 

Wie bei Abbey Parks. Die junge Rechtsanwaltsgehilfin habe schon Wochen vor ihrem Tod über Schmerzen in der Brust, Benommenheit und Atemprobleme geklagt. Der Hausarzt diagnostizierte eine Infektion, das Krankenhaus eine Muskelzerrung. Fehldiagnosen, wie sich herausstellte. Parkes ging es immer schlechter. Irgendwann brach sie bewusstlos zusammen und starb kurz darauf.

 “Jeder muss sich über das Risiko bewusst sein”

► Als Todesursache stellten die Ärzte schließlich einen Herzstillstand fest, der durch eine Lungenembolie hervorgerufen wurde. 

“Abbeys Tod kam aus dem Nichts”, sagt ihre Mutter Amanda Parkes der “Sun”. “Ich kann gar nicht sagen, wie groß der Schock war.”

Deshalb will Parkes nun andere Frauen vor den gefährlichen Nebenwirkungen der Pille warnen. “Menschen müssen sich im Klaren sein, wie gefährlich es sein kann, die Pille zu nehmen”, sagt Parkes.

“Sie erhöht das Risiko eines Blutgerinnsels und hat außerdem noch andere riskante Nebenwirkungen.” Natürlich sei die Pille auf der einen Seite eine fantastische Erfindung, aber es müsse weit mehr getan werden, um andere vor Schicksalen wie das von Abbey zu warnen. 

► Weder Tochter noch Mutter seien damals von dem Arzt vor den Risiken der Pille gewarnt worden. Auch nicht vor dem erhöhten Gefahrenfaktor durch ein mögliches Faktor-V-Leiden. 

(kap)