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12/04/2018 17:49 CEST

Pforzheim: Psychotherapeut soll Patientin für Tantra-Sex ausgenutzt haben

Der Mann sieht sich jedoch nicht als Täter – sondern als Opfer.

vadimguzhva via Getty Images
40 Mal soll der 67-Jährige mit der Frau Geschlechtsverkehr gehabt haben (Symbolbild).
  • Ein Therapeut soll versucht haben, eine traumatisierte Patientin in Pforzheim mit Sex zu therapieren
  • Nun steht der Mann vor Gericht – doch er sieht sich selbst als Opfer

Die Frau leidet unter einer posttraumatischen Belastungsstörung und Depressionen. Für eine Therapie sucht sie einen Psychotherapeuten in Pforzheim auf. Und fand ihn auch. Jetzt steht der 67-jährige Mann vor Gericht. Wegen sexuellem Missbrauchs.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in seinen Praxisräumen 40 Mal Sex mit seiner Patientin gehabt zu haben, wie die Lokalzeitung “Pforzheimer Zeitung” berichtet. Er soll außerdem dabei ihre Abhängigkeit und ihren eingeschränkten Abwehrwillen ausgenutzt haben. 

“Der größte Fehler meines Lebens”

Der Therapeut sieht sich jedoch nicht in der Schuld – sondern vielmehr als Racheopfer der Frau.

Sie habe den Wunsch nach tantrischer Körpertherapie geäußert.

Und diese Therapie beinhalte eine Massage im Genitalbereich. Der Therapeut habe zwar kurz rechtliche Bedenken gehabt, dann jedoch mitgemacht. Kurze Zeit später sei ihr die sanfte Massage dann nicht mehr genug gewesen, sie habe Orgasmen haben wollen. 

Die sie dann wohl auch bekommen hat – allerdings streitet der Therapeut ab, dass es jemals zum Geschlechtsverkehr gekommen sei. Der körperliche Kontakt habe sich nur auf das Becken beschränkt. Für ihn sei das die einzige Therapiemethode gewesen, die bei der Patientin etwas bringt. 

Sie habe, so der Therapeut, allerdings angefangen, eine Beziehung über die Therapie hinaus zu wollen. Daraufhin habe er sich zurückgezogen.

“Mit dem Strafantrag hat sie sich an mir gerächt”, sagte der Mann. Er bezeichnete das Verhältnis außerdem als “Katastrophe” und “größten Fehler seines Lebens”.