POLITIK
14/08/2018 16:12 CEST

Pflegeheim-Leiterin klagt Merkel ihr Leid: "Ich habe die Nase voll"

“Ich habe nur gezahlt.“

Screenshot / Phoenix
Pflegeheim-Leiterin Regina Wagner (links) und Kanzlerin Angela Merkel beim Bürgerdialog in Jena.
  • Kanzlerin Angela Merkel hat sich in Jena den Fragen von Bürgern gestellt.
  • Dabei fragte eine Leiterin eines Pflegeheims in der thüringischen Provinz, wie sie dringend benötigte Pfleger bekomme. 

Regina Wagner ist Geschäftsführerin und Betreiberin eines Pflegeheims mit 60 Bewohnerin in Probstzella an der thüringisch-bayerischen Grenze.

Sie habe mit der Anwerbung von ausländischen Pflegekräfte “nur schlechte Erfahrungen gemacht”, sagt sie. “Ich habe nur gezahlt“, klagt sie Kanzlerin Angela Merkel bei einem Bürgerdialog in Jena. Die CDU-Chefin stellt sich bei dieser Veranstaltung den Fragen der Bürger. 

Wagner habe für Sprachkurse, Examen und Wohnungen gesorgt, erzählt sie. Doch nach wenigen Wochen in dem kleinen Ort seien alle Arbeitskräfte, egal ob aus den Philippinen oder aus Polen, in die großen Städte gezogen.

► “Ich habe die Nase voll. Man kann machen was man will, ich finde keine Kräfte”, betont sie.

Minimum-Arbeitszeit

Merkel antwortet gewohnt ruhig: “Das ist eine Erfahrung, die viele in ländlichen Räumen machen.” Die Kanzlerin nennt auch zwei möglich Lösungen für die Probleme von Wagner:

Der Standort in der Provinz muss attraktiv sein: Einerseits dürfe die Bezahlung nicht zu unterschiedlich ausfallen. Sonst wandern Pfleger vom Land in die Stadt, wo höhere Löhne gezahlt werden. Zudem müsse die Infrastruktur vor Ort in Takt gehalten werden.

► Andererseits wolle Merkel eine “Minimum-Arbeitszeit mit (Gesundheitsminister, Anm.) Jens Spahn besprechen”. Das würde verhindern, dass Pflegekräfte schnell wieder abspringen. 

(ll)