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16/04/2018 13:00 CEST

"Erosion unserer Gesellschaft": Peter Maffays eindringliche Warnung

”Der Echo dieses Jahr war eine Ohrfeige für das demokratische Verständnis in unserem Land."

Tristar Media via Getty Images
Peter Maffay hatte nichts Gutes über die Echo-Verleihung zu berichten. (Symbolbild)
  • Nach der Echo-Verleihung vergangenen Donnerstag hat sich jetzt auch Peter Maffay zu Wort gemeldet
  • Der hat eine klare Meinung zum Thema Rassismus

Statt um Preise ging es während der Echo-Verleihung 2018 (und danach) um Rassismus und Antisemitismus.

Campino, der Sänger der Toten Hosen hatte seine Dankesrede dafür genutzt, mit den Rappern und Echo-Gewinnern Farid Bang und Kollegah abzurechnen. Er kritisierte die beiden, weil ihre Songtexte rassistisch und gewaltverherrlichend seien.

Knapp eine Woche nach der Verleihung meldet sich jetzt auch Sänger Peter Maffay zu Wort.

“Ohrfeige für das demokratische Verständnis”

Auf Facebook richtete er sich mit klaren Worten an seine Fans: “So schlimm wie noch nie”, sei die Verleihung gewesen.

”Der Echo dieses Jahr war eine Ohrfeige für das demokratische Verständnis in unserem Land. Gleichzeitig zeigt sie die Erosion in unserer Gesellschaft und im Musikgeschehen auf, die sich seit einigen Jahren abgezeichnet hatte und am Donnerstag vergangener Woche ihren vorläufigen Höhepunkt erfuhr.”

Farid Bang und Kollegah sollten keine Toleranz erwarten

Außerdem kritisierte der Sänger die Rapper wegen ihrer Song-Inhalte. Maffay ist der Meinung, dass “Rassismus und Gewaltverherrlichung nichts in unserem Staat verloren haben, genauso wenig und erst recht nicht in der Kunst”.

“Ich kenne Kollegah und Farid Bang persönlich nicht. Deshalb kann ich ihnen nicht unterstellen, dass sie bewusst antisemitische Gedanken in ihre Texte bringen. Aber in der heutigen Zeit, in der unsere Gesellschaft zerrissen und voller Spannung ist, gießen sie zusätzlich Öl ins Feuer.”

Neben seiner Kritik an die Rapper schrieb der Sänger auch, dass die Echo-Verleihung zum “Vermarktungsmodell des Senders Vox verkommen” sei. Es gehe schließlich nur noch um Geld, um Marktanteile und um Selbstdarstellung.

Der Sänger forderte in seinem Facebook-Post von den Organisatoren der Verleihung, dass die “Verantwortlichen den Hut nehmen und an ihre Stelle glaubhafte Personen treten, die für die Zukunft die nötige Transparenz garantieren.” 

Die Fans des Sängers gaben sich begeistert zu dem klaren Statement. Hans-André Tooren beispielsweise kommentierte: “Haltung zeigen. Meinung äußern. Aufrecht stehen. Anstand. Herzlichen Dank für dieses klare Statement.”

Auch Heike Schmidt sieht das so: “Respekt! Genau diese Einstellung habe ich von dir erwartet und wurde natürlich nicht enttäuscht. Schade, dass sich nur so wenige trauen, den Mund aufzumachen und lieber schweigen. Ist halt einfacher. Danke auch an Campino!”

Am Ende seines Beitrags schreibt Maffay: “Um 21:35 Uhr, nach dem Vortrag von Kollegah und Farid Bang, haben meine Freunde und ich die Veranstaltung des ECHO verlassen. Da war das Maß endgültig voll!”