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20/02/2018 12:23 CET | Aktualisiert 20/02/2018 18:33 CET

"Tor zur Unterwelt": Wer sich dieser Höhle nähert, könnte in einer Minute sterben

Das antike Heiligtum liegt in der Türkei.

  • In der antiken Stadt Hierapolis liegt das “Tor zur Unterwelt”
  • Immer wieder sollen hier Tiere und Menschen gestorben sein – jetzt fanden Archäologen erstmals raus, was sie tötete
  • Im Video oben seht ihr, was Hierapolis so besonders macht

Mitten in der Türkei liegt ein mystischer Ort: das “Tor zur Unterwelt”. Es ist besser bekannt als Tempel des Pluto, des römischen Gottes der Unterwelt. Kein Lebewesen, das in seine unmittelbare Nähe kam, soll überlebt haben, besagt der Mythos.

Darüber berichteten schon die antiken Historiker Strabo und Plinius.

Das Heiligtum des Pluto befindet sich in den Ruinen der antiken Stadt Hierapolis, die heute in der Türkei liegt. Unter Eumenes II., einem König von Pergamon, und ab 133 vor Christus unter den Römern, entwickelte sich die Stadt und wurde zum Zentrum der Wollindustrie mit Färbereien, Webwerkstätten und regem Textilhandel.

 

Der Historiker Strabo schrieb einst über das Pluto-Heiligtum: “Jedes Tier, das den Eingang passiert, trifft sofort den Tod. Ich warf Spatzen hinein und sie nahmen sofort ihren letzten Atemzug und fielen um.”

Auch Archäologen beobachteten tausende Jahre später, wie Vögel vor dem Gebäude starben. 

Nicht nur Tiere, auch Menschen sollen dem Zorn Plutos - zumindest dachte man das in der Antike - zum Opfer gefallen sein. Er soll ein Gas nach draußen geschickt haben, das die Ungläubigen tötete.

► Tatsächlich ist ein Gas die Ursache für den abrupten Tod vieler Lebewesen dort.

Ein Mensch könnte hier in einer Minute sterben

Archäologen wagten sich jetzt erstmals mit einem speziellen Analysegerät in die Höhle. So konnten sie Kohlendioxid mit einer tödlichen Konzentration von bis zu 91 Prozent feststellen.

Es wird durch heißes Wasser in einer Felsspalte freigesetzt, die sich hinter der drei Quadratmeter großen Kammer des Pluto-Heiligtums verbirgt. 

“Erstaunlicherweise werden diese Dämpfe immer noch in Konzentrationen ausgestoßen, die heutzutage Insekten, Vögel und Säugetiere töten kann”, schreiben die Forscher in einem Aufsatz für das Fachmagazin “Archaeological and Anthropological Sciences”.

Die CO2-Konzentration, die in der Nacht erreicht wird, könnte innerhalb von einer Minute sogar einen Menschen töten, sind sich die Wissenschaftler sicher. 

► In der Antike nahmen die Menschen an, dass es sich bei den Emissionen um den Atem des Höllenhundes Kerberos handelte.

Übernatürliche Kräfte

“Unsere Messungen bestätigen, dass geogenes CO2 in einer Konzentration vorhanden ist, die alte Geschichten von getöteten Bullen, Widdern und Singvögeln während religiöser Zeremonien erklären”, schreiben die Archäologen.

Und weiter: “Sie bestätigen auch, dass antike Schriftsteller wie Strabo oder Plinius zumindest im Fall von Hierapolis ein mystisches Phänomen sehr genau und ohne viel Übertreibung beschrieben haben. Vor zweitausend Jahren konnte man sich so etwas nur durch übernatürliche Kräfte erklären.

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(lp)