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04/04/2018 08:38 CEST | Aktualisiert 04/04/2018 10:08 CEST

Wenn dein Partner diese 9 Dinge tut, solltest du ihn nicht heiraten

“Es geht nicht immer um Liebe."

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“Ihr solltet euch angewöhnen, bewusst über problematische Themen zu sprechen."
  • Verlobte Paare sollten vor der Hochzeit immer noch einmal die Beziehung überdenken
  • Paartherapeuten verraten jetzt, wie ihr erkennt, dass euer Partner doch kein Heiratsmaterial ist

Statt die komplette Zeit und Energie in die Hochzeitsvorbereitungen zu stecken, sollten verliebte Paare einen Teil dieser wertvollen Ressourcen lieber nutzen, um diese weitreichende Entscheidung noch einmal zu überdenken. 

Vor allem, wenn du dir nicht ganz sicher bist, ob du mit deinem oder deiner Verlobten auch wirklich eine lebenslange Beziehung eingehen willst, solltest du dir einige bestimmte Verhaltensweisen noch einmal ganz genau ansehen.

Denn laut Paartherapeuten gibt es neun Dinge, an denen du erkennst, dass du deine Hochzeit erst einmal lieber verschieben solltest.

1. Dein Partner stellt andere Menschen und Pläne immer wieder vor dich

Sagt dein Partner Verabredungen mit dir ab, wenn seine Kumpels ihm etwas Besseres vorschlagen? Oder nimmt er einen nicht dringenden beruflichen Anruf entgegen, obwohl ihr gerade beim Abendessen seid und deinen Geburtstag feiert?

Denn wenn dein Partner das tut, könnte dies ein Zeichen dafür sein, dass er dich und eure Beziehung nicht an die erste Stelle setzt.

► “Die Leute heiraten aus verschiedenen Gründen”, sagt der Ehe- und Familientherapeut Aaron Anderson der HuffPost.

► Es geht dabei nicht immer um Liebe. Pass auf, dass du nicht jemanden heiratest, der dich nur aus Bequemlichkeit heiraten will. Vergewissere dich, dass dein Partner dich immer an die erste Stelle setzt. Du willst bestimmt nicht dein Leben lang den verständnisvollen Ehepartner spielen, denn sonst wirst du dir bald wie ein Fußabstreifer vorkommen.”

2. Dein Partner kommuniziert nicht gut mit dir

Anstatt ein produktives Gesprächs über schwierige Themen wie Sex, Familienprobleme oder Geld mit dir zu führen, streitet dein Partner entweder mit dir darüber oder er geht der Auseinandersetzung sogar komplett aus dem Weg.

► Man hört es zwar ständig, doch Kommunikation ist tatsächlich die Grundlage für jede starke Ehe.

► Wenn du mit deinem Partner nicht offen über schwierige Themen sprechen kannst, seid ihr vielleicht noch nicht bereit für eine Ehe.

“Wenn bereits seit langem bestehende Probleme nicht gelöst werden, können sich daraus Schwierigkeiten entwickeln, die eure Beziehung zerstören können”, warnt Tina Tessina, Psychotherapeutin und Co-Autorin des Buches “How to Be a Couple and Still Be Free”, der HuffPost.

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“Ihr solltet euch angewöhnen, bewusst über problematische Themen zu sprechen: Denn ihr beiden müsst herausfinden, wie gut ihr über die schwierigen
Dinge sprechen könnt, die euch im Laufe eures gemeinsamen Lebens begegnen werden.”

Und wenn ihr es nicht schafft, über diese Dinge zu sprechen, ohne dabei einen Beziehungsstreit vom Zaun zu brechen, wäre es vermutlich ratsam, einen Paartherapeuten aufzusuchen, der euch dabei helfen kann, eure Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern.

“Wenn das nicht klappt, wird möglicherweise eure ganze Beziehung nicht funktionieren”, erklärt Tessina.

3. Dein Partner hat dich schon einmal betrogen

Ein Seitensprung muss nicht unbedingt immer gleich das Beziehungs-Aus bedeuten. Wenn dieser jedoch kurz vor eurer Hochzeit passiert, sollte dir das durchaus zu denken geben.

Wenn dein Partner seinen Fehltritt aufrichtig bereut und bereit ist, den Grund herauszufinden, warum er dich überhaupt betrogen hat, dann ist das ein gutes Zeichen.

Bevor ihr euch das Ja-Wort gebt, solltet ihr euch dann auch genauer mit den zugrundeliegenden Problemen in eurer Beziehung auseinandersetzen, die zu dem Seitensprung geführt haben.

“Meiner Meinung nach ist der Spruch ‘Wer einmal betrügt, wird das auch weiterhin tun’ nicht richtig. Wenn man jedoch verhindern will, dass so ein Fehltritt noch einmal passiert, muss man sein Verhalten und seine Einstellung grundlegend verändern“, sagt der Therapeut Kurt Smith, der sich auf die Beratung von Männern spezialisiert hat.

“Und diese neu umgesetzten Veränderungen sollten noch vor der Hochzeit unter Beweis gestellt werden.”

4. Dein Partner hat keinen Sex mehr mit dir und er spricht nicht einmal mehr mit dir darüber

Im Laufe einer Beziehung ist es ganz normal, dass der Grad des sexuellen Verlangens bei beiden Partnern schwankt.

► Es ist jedoch wichtig, dass du mit deinem Partner vernünftig über diese unvermeidlichen Höhen und Tiefen sprechen kannst. Und dass du ihm sagen kannst, worauf du im Bett stehst und was du nicht so gerne magst.

► Wenn dein Partner sich jedoch weigert, deine Besorgnis ernst zu nehmen, ist es unwahrscheinlich, dass sich diese Probleme auf magische Weise von selbst lösen, nachdem ihr euch das Ja-Wort gegeben habt.

“Wenn ihr bereits jetzt schon Probleme mit eurem Sexleben habt, solltest du dir überlegen, wie das Ganze erst in ein paar Jahren aussehen wird”, regt Anderson an.

Das Leben ist zu lang, um dauernd schlechten Sex zu haben. Viele Leute glauben, dass sexuelle Probleme ein ziemlich oberflächlicher Grund für die
Auflösung einer Verlobung sind. Diese Leute haben dann aber sogar noch weniger Verständnis dafür, wenn es aufgrund dieser Probleme irgendwann zu einer Affäre oder zu einer Scheidung kommt. Trefft diese Entscheidung lieber sofort oder löst das Problem, bevor ihr vor den Traualtar tretet.”

5. Dein Partner leidet an Suchterkrankungen wie Alkohol-, Drogen- oder Spielsucht

Auch dieses Problem muss nicht unbedingt das sofortige Aus bedeuten. Vorausgesetzt dein Partner hat wirklich den absoluten Willen dazu, von seiner Sucht loszukommen.

Unbehandelte Suchterkrankungen können Beziehungen massiv belasten. Und deshalb solltest du deinem Partner auf keinen Fall einfach weiterhin geduldig
zur Seite stehen ― ganz egal, wie sehr du diesen Menschen auch liebst.

Wenn dein Partner bereit ist und sich wirklich Hilfe suchen will, ist das eine Sache. Wenn er seine Sucht jedoch noch immer abstreitet, ist das wiederum eine andere Sache.

► “Suchterkrankungen kann man nicht einfach und schnell heilen”, sagt Smith der HuffPost.

► “Die Partner von Suchtkranken sollten auf keinen Fall glauben, dass sie das Problem ihres zukünftigen Ehepartners schon irgendwie lösen können.”

Ich weiß gar nicht mehr, wie viele Ehepartner ich bereits therapiert habe, die am Anfang über dieses Problem hinweggesehen haben, weil sie dachten, dass es schon nicht so schlimm werden würde.”

6. Dein Partner hat vor kurzem ein einschneidendes Lebensereignis durchgemacht

Das kann beispielsweise ein Jobwechsel, ein großer Umzug oder der Krankheits- oder Todesfall eines Elternteils sein.

Alle diese Ereignisse sind keine Gründe dafür, die Hochzeit komplett abzusagen. Sie könnten für dich jedoch Grund genug sein, dir über den Zeitpunkt eurer Hochzeit noch einmal Gedanken zu machen.

Es könnte von Vorteil sein, wenn ihr die Hochzeit noch ein wenig verschiebt, bis alles sich wieder ein wenig beruhigt hat und bis wieder ein gewisser Grad an Normalität in das Leben deines Partners zurückgekehrt ist.

“Sich auf einer unsicheren Grundlage etwas aufbauen zu wollen war noch nie eine besonders gute Idee”, warnt Ehe-Therapeutin Susan Pease Gadoua.

”Ich habe mit einem Paar zusammengearbeitet, das damit zu kämpfen hatte, dass der Ehemann bereits kurz nach der Hochzeit aufgrund einer Erkrankung seines Vaters nur noch wenig Zeit mit seiner Frau verbringen konnte. Die Ehefrau konnte ihn zwar einerseits verstehen, doch andererseits war sie wütend darüber, dass ihr Mann sich so viel um seinen Vater kümmern musste. Denn  ihrer Ansicht nach sollten sie als frisch verheiratetes Paar diese Zeit gemeinsam verbringen.”

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“Der Mann wiederum war jedoch verärgert über seine Ehefrau, weil sie kein Verständnis für die Beziehung zu seinem Vater aufbrachte”, berichtet Gadoua weiter.

Rückblickend war der Frau klar gewesen, dass ihr Mann am Hochzeitstag und in den vorangegangenen Monaten nicht ganz anwesend war. Sie wusste intuitiv, dass er eigentlich gerade nicht in der Lage dazu war, sie zu heiraten. Doch sie hatte geglaubt, dass die beiden diesen Sturm gemeinsam durchstehen könnten.”

7. Dein Partner ist kontrollsüchtig und emotional instabil

Jeder von uns hat sowohl gute als auch schlechte Tage. An den schlechten Tagen zeigen wir uns meist nicht gerade von unserer Schokoladenseite ― es kann passieren, dass wir griesgrämig und gereizt sind.

Doch ist schlechte Laune bei deinem Partner die Ausnahme oder liegt sie an der Tagesordnung?

► “Wenn dein Partner ständig Gefühlsausbrüche hat und versucht, dich zu kontrollieren oder wenn er narzisstische Verhaltensweisen an den Tag legt, dann sind das wichtige Warnzeichen, die man auf keinen Fall ignorieren sollte, rät Smith.

► “Derartige Verhaltensweisen sollten in jedem Fall mit einem Experten für psychische Erkrankungen besprochen werden, um feststellen zu können, wie schwerwiegend sie sind”, erklärt der Therapeut weiter.

“Wenn du dir nicht sicher bist, ob diese oder andere Verhaltensweisen deines Partners ein Problem sein könnten, darfst du sie auf keinen Fall ignorieren. Denn sie gehören zu den wichtigsten Gründen, warum Ehepaare irgendwann mit einer Therapie beginnen.”

8. Dein Partner leidet an massiven psychischen Problemen

Psychische Erkrankungen sind so weit verbreitet, dass jeder fünfte erwachsene Amerikaner innerhalb von einem Jahr daran erkrankt. Doch wenn dein Partner mit schwerwiegenden und belastenden Problemen zu kämpfen hat, könnte der Stress einer bevorstehenden Hochzeit noch eine weitere psychische und emotionale Belastung für ihn darstellen.

“Ich hatte Klienten, die wegen einer vorehelichen Therapie einen Monat vor ihrem Hochzeitstermin zu mir kamen. Und mit jeder Sitzung versank der männliche Klient immer weiter in ein dunkles depressives Loch”, berichtet Paartherapeutin Laura Heck der HuffPost.

“Der Mann engagierte einen eigenen Therapeuten für sich, der auf Depressionen spezialisiert war. Dieser Therapeut riet dem Mann, sich für ein paar Tage in stationäre Behandlung zu begeben, damit er sich nichts antat. Das war ein wichtiges Alarmzeichen. An diesem Punkt hätte eigentlich klar sein müssen, dass die Einhaltung des Hochzeitstermins nicht mehr oberste Priorität hatte.”

► Gegen Hecks Rat, die Hochzeit zu verschieben, heiratete das Paar nur wenige Tage, nachdem der Bräutigam aus der Klinik entlassen worden war.

“Hochzeiten können stressige Ereignisse sein. Auf der Skala der Stressfaktoren von lebensverändernden Ereignissen liegen Hochzeiten sogar bei 50 von 100 Punkten”, sagt Heck.

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“Dass Ängste oder bereits bestehende Krankheiten schlimmer werden, kann jedem passieren. Wenn jedoch Selbstmordgedanken oder selbstschädigende Verhaltensweisen auftreten, sollten diese auf jeden Fall Vorrang haben. Man sollte sein Vorhaben aufgeben, wegen des bevorstehenden Hochzeitstermins einfach wie gehabt weiterzumachen. Ich würde betroffenen Paaren empfehlen, die Hochzeit zu verschieben und sich mit den grundlegenden Ursachen auseinanderzusetzen, die überhaupt erst zu diesen Symptomen geführt haben.”

9. Dein Partner hat Geheimnisse vor dir

Angenommen, dein Partner hätte in einem Monat einmal zu viel Geld ausgegeben oder er wäre mit einem Ex-Partner essen gegangen: Würde er es dir beichten oder würde er schweigen und darauf hoffen, dass du es nicht herausfindest?

► Seine eigenen Fehler zuzugeben, ist nicht leicht. Man muss dafür ehrlich sein und sich angreifbar machen. Doch ehrlich mit diesen Verfehlungen umzugehen, kann euch dabei helfen, eine starke Grundlage für eure gemeinsame Zukunft zu schaffen.

► “Seinen Partner darüber anzulügen, dass man eine gemeinsame Vereinbarung gebrochen hat, richtet mehr Schaden an, als das Brechen der Vereinbarung an sich”, erklärt Tessina.

“Wenn dir ein Ausrutscher passiert ist, solltest du die Wahrheit sagen. Und wenn dein Partner einen Fehler gemacht hat, solltest du bereit sein, ihm zuzuhören, ohne ihm Vorwürfe zu machen oder wütend zu werden. Denn so habt ihr beiden die Chance, eine Lösung für euer Problem zu finden.”

Vertrauen beruhe in jeder funktionierenden Beziehung auf Gegenseitigkeit, fuhr Tessina fort.

“Nach dieser Definition stimmt etwas mit eurem Vertrauensverhältnis nicht, wenn du vor deinem Partner ein Geheimnis hast, das du ihm nicht erzählen willst”, erläutert Tessina.

“Sich gegenseitig unschöne Geheimnisse anzuvertrauen, ist eine tolle Methode, um herauszufinden, ob eine Beziehung auf Dauer funktionieren kann. Ich empfehle Paaren, sich gegenseitig alles anzuvertrauen.” 

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei der HuffPost USA, wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt und dem Verständnis angepasst.