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10/08/2018 12:22 CEST | Aktualisiert 10/08/2018 12:50 CEST

Neuroparasiten: Wie Katzen das Sexleben ihrer Besitzer beeinflussen

Etwa ein Drittel der Weltbevölkerung sind mit dem Parasiten infiziert.

KIATKAMJORN NITIWORANUN via Getty Images
Katzen übertragen den Parasiten Toxoplasmose.
  • Katzen können Menschen durch einen Parasiten mit Toxoplasmose infizieren
  • Infizierte Menschen neigen laut einer neuen Studie wesentlich stärker zu BDSM-Praktiken als nicht-infizierte

Das Klischee der Single-Frau, die drei Katzen hat, furchtbar langweilig und einsam ist und wahrscheinlich für immer alleine bleiben wird, kennen wir alle.

Doch dieses Vorurteil ist laut einer neuen Studie im “Journal of Evolutionary Psychology” sehr weit von der Wahrheit entfernt. Denn das Ergebnis zeigt, dass Katzenbesitzer eher von BDSM erregt werden als andere Menschen.

Grund dafür ist der Parasit Toxoplasma gondii, der durch Katzen übertragen wird und die Infektionskrankheit Toxoplasmose überträgt. Dieser Parasit steht laut der Studie bei Menschen stark in Verbindung mit sexueller Erregung durch Angst, Gefahr und Gewalt.

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Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen unterteilt

Die Forscher der Studie untersuchten rund 36.500 infizierte und nicht-infizierte Menschen in der Slowakei und Tschechien. Sie befragten die Teilnehmer nach ihren sexuellen Fantasien und Vorlieben sowie Verhalten.

So fanden die Forscher heraus, dass “infizierte Teilnehmer viel öfter durch ihre eigene Angst, Gefahr und sexuelle Unterwerfung erregt sind.” Mit anderen Worten: Es ist wahrscheinlicher, dass sie Freude an BDSM-Aktivitäten haben, während Teilnehmer ohne Toxoplasmose eher  zu “normalen” sexuellen Aktivitäten neigen.

Zusätzlich werden Menschen mit Toxoplasmose eher von Bondage und Gewalt angezogen, Männer sogar von Masochismus und Vergewaltigungsfantasien.

Unser Gehirn verarbeitet Angst und erotische Stimulation auf sehr ähnliche Weise, deswegen ist es möglich, dass Angst sexuelle Erregung auslösen kann. Daher vermuten die Forscher, dass der Parasit diese Verbindung für sich nutze.

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Der Parasit ist für Menschen meist ungefährlich

Jaroslav Flegr, Hauptautor der Studie, betont jedoch, dass die Infektion nicht der Hauptauslöser für diese sexuellen Neigungen sei. Sie seien eher angeboren oder entstehen durch andere äußere Einflüsse.

“Auch ohne Toxoplasma wird es immer eine Verbindung zwischen Angst und Sex geben”, erklärt er. Das bedeutet also, dass eine Katze nicht gleich ein Auslöser für 50 Shades of Grey im eigenen Schlafzimmer ist, aber die Neigung zumindest verstärken kann.

Etwa ein Drittel der Weltbevölkerung sind mit dem Parasit infiziert und er wird meist über Katzenkot übertragen. Aber Toxoplasmose verläuft beim Menschen meist ohne Anzeichen einer Erkrankung und bleibt daher oft unbemerkt.

Sobald die Infektion überstanden ist, gehen Forscher und Ärzte von einer Immunität aus. Nur für Schwangere kann die Infizierung gefährlich werden. Ein Arzt kann durch einen Bluttest Toxoplasmose feststellen.