POLITIK
11/06/2018 13:35 CEST

Papierkrieg im Weißen Haus: Mitarbeiter müssen Trumps Schnipsel zusammenkleben

"Es ist wie ein Puzzle."

BRENDAN SMIALOWSKI via Getty Images
Verursacht gerne mal eine Schnipselwirtschaft im Oval Office: US-Präsident Donald Trump.
  • US-Präsident Donald Trump hat die schlechte Angewohnheit, Unterlagen nach dem Lesen zu zerreißen.
  • Diese müssen aber laut Gesetz dokumentiert werden, sodass Mitarbeiter des Weißen Hauses oft zum Basteln gezwungen werden.

Dass US-Präsident Donald Trump nicht nur auf der großen Bühne gerne für Aufsehen sorgt, sondern auch daheim im Weißen Haus ein unangenehmer Chef sein kann, ist hinlänglich bekannt.

Die US-Nachrichtenseite “Politico” hat nun eine weitere kuriose Geschichte aus Washington ans Tageslicht gebracht: Trump zerreißt nach dem Lesen gerne Briefe und Memos _ und seine Mitarbeiter haben deshalb viel zu tun.

Trump zerreißt wichtige Dokumente nach dem Lesen

Der “Presidential Records Act” schreibt vor, dass sämtliche Dokumente, die über den präsidialen Schreibtisch wandern, archiviert werden müssen.

Das Problem dabei: Nach der trump’schen Lektüre landen diese gerne mal als Papierschnipsel auf dem Boden des Oval Office – und müssen von Bediensteten des Weißen Hauses wieder zusammengebastelt werden.

Mitarbeiter beschweren sich über Bastelarbeiten

“Es ist wie ein Puzzle”, sagte Solomon Lartey, der unter der aktuellen US-Regierung für einige Zeit als “Records Management Analyst” arbeitete, laut “Politico”. 

Reginald Young Jr., ein weiterer Mitarbeiter in dem Team, habe seinen Abteilungsleiter laut der Nachrichtenseite gefragt, ob diese Aufgabe “sein Ernst” sei – bei einem kolportierten Jahresgehalt von 60.000 US-Dollar durchaus nachvollziehbar.

Selbst gutes Zureden habe beim US-Präsidenten nicht geholfen. Die Mitarbeiter im Weißen Haus hätten einsehen müssen, dass sie Trump von seiner Gewohnheit nicht abbringen können, und die Schnipsel seitdem regelmäßig an das Dokumentationsteam weitergeleitet.

Was sagt das Weiße Haus?

Das Weiße Haus hat zu dem Bericht nach Aussage von “Politico” noch keine Stellung bezogen.

Lartey und Young, die die Vorfälle öffentlich zur Sprache gebracht hatten, arbeiten mittlerweile nicht mehr in ihrer Abteilung – sie seien kurzfristig entlassen worden.

(jg)