POLITIK
15/05/2018 12:38 CEST | Aktualisiert 15/05/2018 18:55 CEST

"Özil und Erdogan kennen sich gut": Insider belastet Nationalspieler

Die beiden hätten seit Jahren persönlichen Kontakt.

  • Das Treffen von Ilkay Gündogan und Mesut Özil mit dem türkischen Präsidenten Erdogan sorgt für Empörung in Deutschland. 
  • Jetzt offenbart der deutschtürkische Autor und Insider Fatih Demireli: Özil und Erdogan pflegen seit Jahren persönlichen Kontakt. 
  • Im Video oben seht ihr das Treffen der Spieler mit Erdogan und wie sich Angela Merkel dazu äußerte.

Es ist mehr als nur ein politischer Fauxpas. Mehr als nur ein Treffen eines ahnungslosen Sportlers mit einem gerissenen Despoten. Mehr als nur die Trikotübergabe eines deutschen Nationalspielers an den türkischen Präsidenten während eines PR-Termins. 

Denn Mesut Özil, der von sich im vergangenen Jahr sagte, sich aus der Politik heraushalten zu wollen, soll Recep Tayyip Erdogan kennen. Und das persönlich

Das behauptet der Autor und Experte für türkischen Fußball Fatih Demireli in einem Interview mit der “Welt”

Demireli über Özil: “Mich haben die Bilder nicht wirklich überrascht” 

Demireli ist der Herausgeber des Fußball-Fachmagazins “Socrates”. Der 34-Jährige wurde in München geboren, wohnt aber in Istanbul – und hat laut eigener Aussage einen engen Draht zu vielen deutschtürkischen Fußballern. 

Der “Welt” sagte Demireli über das Treffen zwischen Erdogan, Gündogan und Özil, das am Montag für Empörung in Deutschland sorgte: “Mich haben die Bilder nicht wirklich überrascht, wenn ich ehrlich bin. Zumindest im Fall von Mesut Özil.” 

► Erdogan habe Özil in den vergangenen Jahren mehrfach in der Türkei empfangen.“Die beiden kennen sich gut, und es heißt, dass sie auch persönlich Kontakt halten”, sagte Demireli. 

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Özil sei da keine Ausnahme: Laut Demireli hätten viele deutschtürkische Fußballspieler direkten Kontakt zu Erdogan und würden mit dem türkischen Präsidenten SMS austauschen. 

″Özil und Gündogan mussten zu nichts gezwungen werden”

Dabei ginge die Initiative laut Demireli nicht zwingend von Erdogan aus. Es sei nicht so, dass man sich dem Präsidenten der Türkei als Deutschtürke nicht widersetzen könne. 

“Meine Einschätzung ist, dass Özil und Gündogan hier zu nichts gezwungen werden mussten”, sagte Demireli der “Welt”. “Viele deutsch-türkische Fußballer sympathisieren mit Erdogan.” 

► Zumindest bei Özil scheine es nach all den Treffen so zu sein, dass er die Nähe zu Erdogan schätze.

Im Fall von Gündogan sei es wohl das erste Treffen mit Erdogan gewesen. “Unglücklich wirkt er auf mich auf den Bildern jedoch nicht.”

(ll)