POLITIK
26/07/2018 10:30 CEST | Aktualisiert 26/07/2018 11:10 CEST

Özil-Rücktritt: Jetzt äußert sich DFB-Präsident Grindel

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Jan Hetfleisch via Getty Images
DFB-Präsident Reinhard Grindel. 

DFB-Präsident Reinhard Grindel hat sich nach langem Schweigen erstmals zum Rücktritt von Nationalspieler Mesut Özil und dessen Vorwürfen gegen den DFB geäußert. 

► Grindel gesteht in seiner Erklärung Fehler ein: “Rückblickend hätte ich als Präsident unmissverständlich sagen sollen, was für mich als Person und für uns alle als Verband selbstverständlich ist: Jegliche rassistische Anfeindung ist unerträglich, nicht hinnehmbar und nicht tolerierbar.” 

► Vorwürfe, er oder Mitarbeiter des DFB seien rassistisch, wies Grindel “entschieden” zurück. Er deutete auch keinen Rücktritt oder andere persönliche Konsequenzen im Zuge der Causa Özil an. 

Warum Reinhard Grindels Äußerungen wichtig sind: 

Özil hatte Grindel in seiner Rücktrittserklärung Unfähigkeit vorgeworfen. Der DFB-Präsident habe ihn angesichts von rassistischen Attacken gegen ihn als Spieler im Stich gelassen, schrieb Özil. 

Er machte dafür auch Grindels angebliche Gesinnung verantwortlich. Özil zitierte aus früheren politischen Statements des DFB-Präsidenten – dieser hatte als Abgeordneter im Bundestag etwa gegen den Multikulturalismus gewettert. 

In Folge von Özils Rücktritt kamen auch aus den Medien, Sport und der Politik Forderungen nach einem Rücktritt Grindels auf. 

Grindel hat nun klar gemacht: Er will nicht zurücktreten. Er wolle sich stattdessen um mehr Integrationsarbeit beim DFB bemühen. 

Was Grindel in seiner Erklärung nicht sagt: 

Eine direkte Entschuldigung an Mesut Özil spricht Grindel nicht aus.

Er übernimmt auch keine Verantwortung für das unwürdige Schauspiel um den Umgang mit der Erdogan-Affäre des Nationalspielers. Der DFB hatte diese in Person von Manager Oliver Bierhoff erst für beendet erklärt – dann hatte Grindel sie nach der Weltmeisterschaft doch wieder zum Thema gemacht. 

Es entstand der Eindruck, dass Özil als Sündenbock für das schlechte Abschneiden der Nationalmannschaft beim Turnier herhalten sollte. 

Auch in dieser Frage äußert sich Grindel nicht, sondern erwähnt nur, dass der DFB das Foto mit Erdogan kritisch thematisiert habe. 

(ben)