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03/03/2018 14:40 CET

Oregon: Sohn schießt Vater ins Bein – nun wird der Vater dafür verurteilt

“Wäre der Vater gestorben, hätte der Sohn für immer mit dem Trauma leben müssen.”

MULTNOMAH COUNTY SHERIFF
Der Angeklagte Shannon Egeland
  • Im US-Bundesstaat Oregon wurde ein Vater nun zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt, weil er seinen Sohn angestiftet hatte, ihn anzuschießen
  • Mit der Scharade wollte er eine anstehende Gefängnisstrafe hinauszögern 

Mit einem wahnsinnigen Plan wollte ein Familienvater die amerikanischen Behörden austricksen.

Wie BBC berichtet, wurde Shannon Egeland 2014 verhaftet und wegen extensiven Betrugs mit Hypotheken zu zehn Jahren Haft verurteilt

► Kurz bevor der 43-Jährige die Strafe antreten musste, versuchte er mit einer irren Scharade, eine Versicherung zu betrügen und die Gefängnisstrafe hinauszuzögern.

Egeland befahl seinem Sohn, ihn in den Unterschenkel zu schießen

Der Vater fuhr mit seinem 17-jährigen Sohn an einen einsamen Straßenrand und befahl ihm, ihn mit einer Pistole in den Unterschenkel zu schießen. Der Sohn folgte der Anweisung und verließ dann den “Tatort”. 

Egeland verständigte daraufhin die Polizei und gab an, er sei beim Versuch, einer schwangeren Autofahrerin zu helfen, attackiert worden. Man habe ihm “einen Schlag auf den Kopf verpasst und ins Bein geschossen”. 

► Egelands linkes Bein musste amputiert werden.

Da der Vater eine Woche davor einen Antrag auf Invalidenversicherung gestellt hatte, ohne eine Berechtigung dafür zu haben, wurden die Behörden bei seiner Geschichte stutzig.

Er bereut, dass sein Sohn diese Erfahrung hatte machen müssen

Die Wahrheit kam dann schnell ans Licht und Egeland musste seine Haftstrafe trotzdem antreten – und sich außerdem vor Gericht zusätzlich dafür verantworten, was er seinem Sohn angetan hatte. Das Urteil dazu fiel vergangene Woche.

Der Staatsanwalt Scott Bradford schrieb in den Gerichtsunterlagen, dass der emotionale und psychologische Schaden, der dem damals Minderjährigen zugefügt wurde, unvorstellbar sein muss.

► “Wäre der Vater gestorben, hätte der Sohn für immer mit dem Trauma leben müssen”, sagte Bradford.

Vor Gericht sagte Egeland, ihm sei sein fehlendes Bein völlig egal. Er bereue nur, dass sein Sohn diese Erfahrung hatte machen müssen. 

► Zusätzlich zu seiner Strafe von zehn Jahren hat man ihn am Mittwoch nun zu einer weiteren Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt