POLITIK
09/08/2018 06:34 CEST | Aktualisiert 09/08/2018 12:07 CEST

"Operetten-Sultan": Erdogan muss sich vor Berlin-Reise scharfe Kritik anhören

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Umit Bektas / Reuters
Erdogan kommt nach Deutschland. 

► Deutsche Politiker reagieren mit scharfer Kritik auf den geplanten Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

► CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach sagte der “Passauer Neuen Presse”: “Bei Einladungen, die aus Höflichkeit ausgesprochen werden, besteht immer die Gefahr, dass sie angenommen werden. So auch hier.”

► Es bleibe zu hoffen, “dass die notwendige Kritik an seinem anti-demokratischen Kurs nicht derart diplomatisch verklausuliert vorgetragen wird, dass Erdogan dies eher als Zustimmung denn als Tadel versteht“, sagte Bosbach.   

Ex-Grünen-Chef Cem Özdemir sagte der “Passauer Neuen Presse”: “Unser Land kann es sich nicht immer aussuchen, wer es alles ‘beehren‘ will. So werden wir auch den Besuch des Operetten-Sultans Erdogan gelassen aushalten.” 

Erdogans Reise: Darum geht es

Erdogan kommt am 28. und 29. September nach Deutschland. Er wird von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit militärischen Ehren begrüßt.

Bei dem anschließenden Gespräch im Schloss Bellevue würden auch kritische Punkte wie Rechtsstaat, Freiheitsrechte und Demokratie eine Rolle spielen, hieß es aus dem Bundespräsidialamt. Auch mit der Kanzlerin findet ein Treffen statt.

Als Konfliktthema bei Erdogans Gesprächen in Berlin gilt insbesondere die Lage der deutschen Staatsangehörigen, die in der Türkei festgehalten werden. Aktuell befinden sich 49 Deutsche in türkischer Haft.

Hinzu kommen fünf, die in Abschiebehaft sitzen. Daneben sind 34 Fälle von Deutschen bekannt, die wegen Ausreisesperren die Türkei nicht verlassen dürfen, die meisten wegen politischer Vorwürfe. 

(ben)