POLITIK
13/02/2018 23:58 CET | Aktualisiert 07/08/2018 13:46 CEST

"heute journal": Olaf Scholz wird auf SPD-Chaos angesprochen – und wird pampig

“Na, war da jetzt eine Frage?”

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Fragende Gesichter: SPD-Mann Olaf Scholz und ZDF-Moderator Christian Sievers.
  • Im “heute journal” soll sich Olaf Scholz als kommissarischer Vorsitzender der SPD für das Chaos in seiner Partei rechtfertigen
  • Das gelingt ihm nur bedingt – und so wird der Politiker schnell ungehalten

Olaf Scholz will Kanzler werden. Oder zumindest: Dass die SPD Kanzler wird, in vier Jahren.

Er sagt im Interview mit ZDF-Moderator Christian Sievers vom “heute journal”“Wir haben das ehrgeizige Ziel, dass wir bei der nächsten Bundestagswahl stärkste Partei in Deutschland werden, dass wir den Kanzler oder die Kanzlerin stellen können.”

► Scholz wollte mit dieser Aussage betonen, dass es ihm jetzt “um die Sache” und nicht um das Personal in der SPD gehe. 

 

 

Sein Gegenüber Sievers wollte das aber gar nicht gelten lassen. Er fragte wieder und wieder bei Scholz zum Chaos in der SPD nach – und brachte den kommissarischen SPD-Vorsitzenden so aus der Fassung. 

“Na, war da jetzt eine Frage?”

So redeten die beiden Gesprächspartner nach Scholz’ Kanzler-Aussage erst einmal über- und durcheinander.

Schließlich konnte sich Sievers durchsetzen: “Teile der SPD wollen doch gar keine große Koalition, dass ist doch das größte Problem ihrer Partei.” 

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► Ein Vorwurf, den Scholz mit einem nordisch-süffisanten Lächeln quittierte.

“Na, war da jetzt eine Frage?”, schoss er gegen Sievers. Und fügte dann hinzu: Er sei sich sicher, dass seine Partei dem Koalitionsvertrag mit der Union mit großer Mehrheit zustimmen würde. 

Doch Sievers ließ nicht locker.

Er verstehe schon, dass Scholz über Inhalte reden wolle – aber jetzt gehe es um Personalfragen. Und darum, ob Scholz als Übergangsvorsitzender eigentlich politisch handlungsfähig sei. Oder doch nur ein Chaos-Manager bleibe. 

Eine Frage, mit der Sievers offenbar einen wunden Punkt getroffen hatte. 

Scholz Seitenhieb gegen die Medien

Denn Scholz erlaubte sich an dieser Stelle einen kleinen Seitenhieb in Richtung der Journalisten: “Ein paar Tage wird der eine oder andere Medienvertreter noch traurig den Personaldebatten nachblicken, aber wir kümmern uns jetzt um die Sache.” 

Dann ging es von Sievers Seite aus um die SPD-Granden Sigmar Gabriel und Martin Schulz – und deren Zukunft in der Partei.

► Nach mehrfacher Nachfrage dazu hatte Scholz dann genug.

“Ich glaube an Ihrer Nachfragerei merkt man nur, dass Sie sich gar nicht auf Themen für Deutschland konzentrieren wollen”, stichelte er.

Wieder bemühte er das Mantra, dass die SPD genau dies tue. Und kanzelte Sievers dann noch einmal ab: “Vielleicht helfen Sie da auch mal ein bisschen mit.” 

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(ll)