LIFE
26/09/2018 20:42 CEST

Oktoberfest: Sat.1 berichtet über sexuelle Übergriffe – und empört die Zuschauer

"Auf dem Oktoberfest kann es schwierig werden, sich immer im Griff zu haben."

  • “Oktoberfest-Zeit – Zeit für Grapscher?” hat Sat.1 gefragt – und ließ im “Frühstücksfernsehen” einen Rechtsanwalt vermeintliche Fallstricke erklären. 
  • Im Video oben, seht ihr den Beitrag, der für viel Empörung bei den Zuschauern sorgte. 

Schon die Ankündigung lässt aufhorchen – gerade vor dem Hintergrund der noch immer laufenden #metoo-Debatte. Der Privatsender Sat.1 erklärt unter dem Titel “Oktoberfest-Zeit – Zeit für Grapscher?”:

“Auf dem Oktoberfest ist es voll, es wird viel getrunken und oftmals fallen dann alle Hemmungen. Dann kann es erst recht schwierig werden, sich immer im Griff zu haben.

So kündigt der Sat.1 ein Video auf seiner Homepage an. In dem Interview, das am Dienstagmorgen als Teil der Sendung “Frühstücksfernsehen” ausgestrahlt wurde, will Moderator Chris Wackert von Anwalt Alexander Stevens wissen, wo die Grenzen zwischen Flirts und sexueller Belästigung liegen (siehe im Video oben seht ihr die Sendung).

Wiesn-Zeit geich Flirtzeit?

Nach der Ausstrahlung ist die Empörung bei einigen Zuschauern allerdings groß – und das liegt vor allem an Moderator Wackert. Unter anderem kritisieren die Journalistinnen Pascale Müller und Maike Wurtscheid dessen Wortwahl.

So stellt Wackert gleich zu Beginn Täter und Opfer gleich: Wenn Wiesn sei, dann sei auch “Flirtzeit”, sagte Wackert. Und ergänzte: “Aber die Metoo-Debatte und die Verschärfung des Sexualstraftrechts können das für Frauen und natürlich auch für Männer sehr gefährlich machen.“  

“Verschärfung des Sexualstrafrechts in erster Linie für die Männer schlimm”

Nur wenig später erklärt Wackert dann: “Jetzt habe ich das Gefühl, dass es in erster Linie natürlich für die Männer schlimm ist, diese Verschärfung des Sexualstrafrechts.” 

Weiter heißt es in dem Beitrag dass die Verschärfung “eventuell auch für die Frauen (schlimm ist), weil sich Männer ja gar nicht mehr trauen vernünftig zu flirten.“ Ob bewusst oder nicht verharmlost der Sat.1-Moderator damit sexuelle Übergriffe.  

Wurtscheid schreibt zusammenfassend auf Twitter: “Bei diesem Beitrag fehlen mir echt die Worte.” 

Wiesn-Reporte” der Polizei

Wie viele sexuelle Übergriffe auf dem Oktoberfest passieren, Jahr für Jahr, zeigt ein Blick in die “Wiesn-Reporte” der Polizei. Allein in den ersten Tagen hat eine italienischer Tourist mehreren Frauen unter den Rock fotografiert, ein anderer Mann einer 20-Jährigen an den Busen gegrabscht und eine 21-jährige Finnin wurde wohl vergewaltigt.

Und das sind nur die Fälle, die tatsächlich bei den Beamten angezeigt worden. Die Dunkelziffer dürfte noch viel höher sein.