WIRTSCHAFT
11/12/2018 08:14 CET

Ökostrom: Verbraucher zahlen Hunderte Millionen Euro für ungenutzte Energie

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ullstein bild via Getty Images
Windräder in Sachsen-Anhalt.

► Die guten Nachrichten: Deutschland produziert so viel Ökostrom, wie nie zuvor. Wie eine Sprecherin des Energiekonzerns Eon mitteilte waren es in diesem Jahr 22 Milliarden Kilowattstunden – rund fünf Milliarden mehr als 2018.

► Die schlechten Nachrichten: Die deutschen Steuerzahler müssen auch im Jahr 2018 hunderte Millionen Euro für ungenutzten Ökostrom bezahlen, der nicht in deutsche Stromnetze geflossen ist.

► Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum kletterten die Entschädigungsansprüche laut der Bundesnetzagentur von 142 Millionen Euro auf 228 Millionen Euro. Das berichtete die “Augsburger Allgemeine” unter Berufung auf die Behörde. 

Darum bleibt der Strom ungenutzt:

Auch für das kommende Jahr veranschlagt die Bundesnetzagentur dem Zeitungsbericht zufolge 144 Millionen Euro Entschädigungsansprüche.

► Wie die Bundesnetzagentur gegenüber der Zeitung erklärte, sei der Kostenanstieg vor allem damit verbunden, dass bei kräftigen Küstenwinden die Netzkapazität nicht ausreiche, um den produzierten Ökostrom abzutransportieren.

► Auch weil Windräder auf See noch nicht an Offshore-Windparks angebunden sind, oder weil diese noch gar nicht in Betrieb sind, können laut der Behörde Entschädigungsansprüche entstehen.

Der Sprecher der Bundesnetzagentur sagte der Zeitung: “Der Netzausbau muss insgesamt aufholen, um mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien Schritt zu halten.”

So reagieren die Grünen auf die “Stromverschwendung”:

Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock kritisierte die Situation in der “Augsburger Allgemeinen” scharf. Windenergie dürfe laut Baerbock nicht einfach abgeregelt werden. Vielmehr brauche es “alternative Verwendungsmöglichkeiten für den Ökostrom“ – ob zum Heizen oder im Verkehrsbereich.

“Erneuerbarer Strom darf nicht ungenutzt verschwendet werden, weil klimaschädlicher Kohlestrom die Netze verstopft”, sagte Baerbock. Sie kritisierte die GroKo wegen dem nur langsam voranschreitenden Ausbau von Leitungen, die den Transport von Windstrom vom Norden in den Süden Deutschlands sicherstellen:

Mit Material von dpa.

(mf)