WIRTSCHAFT
17/04/2018 10:00 CEST | Aktualisiert 17/04/2018 10:00 CEST

Ökonomen: Lohn-Ungleichheit ist nicht so groß, wie viele denken

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THOMAS KIENZLE via Getty Images

► Forscher des Wiener Wirtschaftsforschungsinstituts Eco-Austria und des Instituts der deutschen Wirtschaft sagen, die Einkommensunterschiede in Deutschland sei nicht so groß, wie viele Menschen glauben. Das berichtet der österreichische “Standard” unter Berufung eine Studie, die im Fachmagazin “Wirtschaftspolitische Blätter” veröffentlicht wird.

► Die Lohnschere (die sich im sogenannten Gini-Koeffizient spiegelt), sei stabil. Auch der Einkommensunterschied zwischen den obersten und untersten 20 Prozent der Bevölkerung sei relativ konstant. 

► Dass die Menschen laut Umfragen die Verteilung für ungerecht halten, könnte den Ökonomen zufolge daran liegen, dass sich die Berichterstattung über Ungleichheit im deutschsprachigen Raum seit 2001 verdreifacht habe. Nach solchen Berichten hätten sich die Menschen mehr Sorgen gemacht als sonst.

Darum ist die Studie spannend:

Soziale Ungleichheit war das wichtigste Wahlkampfthema der SPD. Und das Gerechtigkeitsempfinden kann die Einstellung der Menschen zum Staat maßgeblich beeinflussen. Insofern ist das Thema demokratisch hoch brisant.

Allerdings muss man wissen, dass die Statistiken, die die Forscher anführen, laut “Standard” zwar das Einkommen, nicht aber das Vermögen berücksichtigen. Außerdem gelten beide Forschungsinstitute als arbeitgebernah.

Was ihr noch über die Studie wissen müsst:

Die Forscher haben demnach auch Daten aus den USA ausgewertet, wo die Einkommensungleichheit tatsächlich stark gewachsen ist. Deswegen sei es möglich, dass die Debatte über Verteilungsfragen – wie so viele Entwicklungen – aus den USA nach Deutschland herübergeschwappt ist.

(tb)