WIRTSCHAFT
29/07/2018 18:12 CEST | Aktualisiert 29/07/2018 18:13 CEST

Ökonom Sinn gibt Trump Recht: Die EZB manipuliere den Euro-Kurs

Sinn fordert, die EZB müsse ihre Politik ändern.

  • Der Ökonom Sinn findet, die EZB manipuliere den Euro-Wechselkurs.
  • Er gibt damit US-Präsident Donald Trump Recht.
  • Eine Zusammenfassung sehr ihr im Video oben.

Der frühere Chef des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hält es für berechtigt, wenn US-Präsident Donald Trump der Europäischen Zentralbank (EZB) vorwirft, sie manipuliere den Wechselkurs des Euro. Das schreibt er in einem Gastbeitrag für die “Wirtschaftswoche”

Der Top-Ökonom hält die “Währungsmanipulation” durch das QE-Programm der EZB für “offenkundig”. Es führe zur Abwertung des Euro gegenüber anderen Währungen. 

Anleihenkäufe und Nullzinspolitik machen den Euro billiger

QE steht für quantitative easing, quantitative Lockerung, und ist ein kompliziertes Verfahren, im Zuge dessen die Zentralbank Vermögen von Geschäftsbanken kauft. Ziel ist es, die Inflation auf ein bestimmtes Maß zu lenken. Letztlich soll so das Wirtschaftswachstum gestärkt werden.

Darüber hinaus betreibt die EZB seit Jahren eine Nullzinspolitik. Auch das hat den Euro laut Sinn eher billiger gemacht.

Warum Trump die EZB-Politik stört

Je billiger der Euro, desto besser ist das für die exportorientierte deutsche Wirtschaft, weil sie ihre Produkte günstiger im Ausland verkaufen kann.

Trump hatte der EU erst vor einer Woche vorgeworfen, sie halte den Wert des Euro künstlich niedrig, um sich international Vorteile zu verschaffen – ebenso wie China. Er sieht die USA ihres Wettbewerbsvorteils beraubt.

Sinn forderte in der “Wiwo”, die Anleihekäufe der EZB müssten rückgängig gemacht werden.