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19/10/2018 10:46 CEST | Aktualisiert 19/10/2018 10:46 CEST

Offene Unternehmen treiben Innovationen voran

Stígur Már Karlsson /Heimsmyndir via Getty Images

Offenheit wird immer wichtiger für die Art und Weise, wie Mitarbeiter in Unternehmen zusammenarbeiten, um gemeinsame Ziele zu erreichen – was auch immer ihre Mission sein mag und in welcher Branche sie tätig sind. Und heute sind es vor allem die zukunftsorientierten Organisationen, die Offenheit als Erfolgskriterium ansehen und ihre Kommunikation und Kollaboration daran ausrichten. Gerade bei den Zielen und der Frage, wie diese erreicht werden sollen, werden die Unterschiede zur klassischen Unternehmenskultur deutlich.

In der klassischen Unternehmenskultur gibt es eine vielfach starre Linienstruktur, bei der Entscheidungen von oben verordnet und auf den unteren Hierarchiestufen umgesetzt werden: nach dem Motto Command and Control. Für das digitale Zeitalter ist diese Art der Unternehmenskultur nicht mehr angemessen. Erforderlich ist heute eine schnelle und flexible Reaktion auf neue Kundenanforderungen und auf Markt- und Wettbewerbsveränderungen. Was zählt, ist die Innovationsgeschwindigkeit.

Was macht eine offene Organisation aus? In einem Unternehmen wie Red Hat, das den Open-Source-Prinzipien folgt, spielt die Unternehmenskultur eine herausragende Rolle. Der Begriff „Unternehmenskultur“ umfasst Werte und das Verhalten von Mitarbeitern. Diese Werte und Verhaltensweisen produktiv auszurichten, gehört zu den schwierigsten und wichtigsten Aufgaben, mit denen sich Führungskräfte befassen müssen.

Eine der Möglichkeiten, eine innovative Unternehmenskultur zu etablieren und täglich zu leben, besteht darin, die Mitarbeiter zu motivieren, den Mut zu Risiken aufzubringen und eigene Wege zu gehen. Für Führungskräfte bedeutet das: Sie müssen „loslassen“ und lernen, Verantwortung zu übertragen, Transparenz zu schaffen und sowohl mit Feedback als auch mit Misserfolgen umzugehen. In innovativen Unternehmen sollte das Feedback kontinuierlich und offen erfolgen. Der Dialog über Ideen, die von Mitarbeitern eingebracht werden, muss konstruktiv und vor allem ehrlich sein.

Innovationen voranzutreiben heißt auch, kalkulierte Risiken einzugehen. Mitarbeiter in innovativen Unternehmen sollten sicher sein, etwas Neues und Unerwartetes ausprobieren zu können, ohne Furcht vor einem Rückschlag – ansonsten werden sie nie etwas Neues wagen. In diesem Fall übernehmen Mitarbeiter Verantwortung und sind damit in Entscheidungsprozesse eingebunden. Darüber hinaus zeigt die Erfahrung, dass Innovationen eher selten von einer einzigen Person vollbracht werden können. In der Open-Source-Welt beispielsweise treibt eine Vielzahl von Beteiligten aus Unternehmen, der öffentlichen Verwaltung, Hochschulen und von Softwareherstellern die Entwicklung von Software-Innovationen in Community-Projekten voran. Open-Source-Software lebt von der Kollaboration, Kommunikation und Kreativität vieler, die gemeinsam Vorhandenes verbessern und Neues entwickeln.

Der Community-Ansatz und das Lernen von Gleichgesinnten finden sich übrigens auch in anderen Branchen, beispielsweise in der Medizin. Idee dabei ist es, chirurgische Eingriffe als Life Stream oder als Aufzeichnung zur Verfügung zur stellen, Abläufe und Vorgehensweisen offenzulegen, damit auch andere Mediziner davon lernen können – und im idealen Fall Methoden weiterentwickeln können. Der Grundgedanke ist auch hier: Durch die offene Diskussion, Kooperation und den Austausch von Ideen entstehen schneller fortschrittliche, innovative Lösungen.