POLITIK
09/10/2018 20:04 CEST

Bayern-Wahl: Darum zerstört eine AfD-Kandidatin Plakate ihrer eigenen Partei

Die Grenze zwischen Parteifreund und Feind ist eng – wie die oberfränkische AfD beweist.

NurPhoto via Getty Images
Ein heruntergerissenen Wahlplakat der AfD. (Archivbild vom Bundestagswahlkampf im September 2017)
  • Bei der oberfränkischen AfD scheint es auf den letzten Metern bis zur Landtagswahl gewaltig zu brodeln.
  • Das gegenseitige Misstrauen treibt ein Kandidatin sogar bis zum Vandalismus.

Immer wieder klagt die AfD über massenweise abgerissene Wahlplakate ihrer Partei, die mutwillig zerstört werden. 

Deswegen hatte die AfD im vorigen Jahr sogar Anzeige erstattet. Doch wie der “Nordbayerische Kurier” berichtet, kommt der Übeltäter manchmal auch aus den eigenen Reihen. 

Laut der Lokalzeitung soll die AfD-Direktkandidatin Daniela Förster im oberfränkischen Kulmbach dabei gefilmt worden sein, wie sie mit einer Schere die Plakate eines Parteifreundes entfernte.

Warum der Vandalismus?

Demnach habe auf den Plakaten AfD-Politiker Dominik Pflaum um Zweitstimmen geworben haben. Doch der ist offenbar aus Försters Sicht “der falsche Kandidat”.

Das soll die AfD-Politikerin auf dem Video gesagt haben, dass derzeit über WhatsApp-Chats und per E-Mail verbreitet wird.

Förster soll auch ihren Missmut darüber bekundet haben, dass der Platz für die Plakate in Kulmbach nicht für den aus Forchheim kommenden Pflaum bestimmt wäre. Dies sei “Fremdplakatierung”, wie der “Nordbayerische Kurier” schreibt.

Der Mann, der den Vorgang filmt, stellt Fragen, weist darauf hin, dass auch Pflaum auf der AfD-Liste sei. “Das können Sie doch nicht einfach abhängen”, bemerkte der Mann.

Dann greift die AfD-Politikerin zur Schere

Dann soll Förster zu Schere gegriffen und das Plakat abgeschnitten haben. Ihre Aktion beschloss sie mit den Worten, Pflaum könne die Plakate bei ihr abholen.

►Förster wirft dem Filmenden vor, er sei gezielt geschickt worden, um sie zu beobachten. Sie habe sich davon aber nicht beeindrucken lassen und wolle den “aggressiven” Mann sogar melden: “Wenn ich mich nicht mehr sicher fühle, rufe ich beim Staatsschutz an”, sagte sie der Lokalzeitung.

Förster bestätigte dem “Nordbayerische Kurier”, dass es hinter den Kulissen nicht gerade kollegial zugehen soll: “Ich habe diese internen Machtkämpfe satt.”

“Die Nerven liegen blank”

Und wie reagiert der Geschädigte? Zumindest nach außen gibt sich Pflaum entspannt: Er habe mit Förster geredet und für ihn sei zentral, dass sie die Plakate “reumütig wieder aufgehängt” habe.

Gerd Kögler ist der Kandidat der AfD, dessen Plakate Förster als die “Richtigen” verteidigt hatte. Auch er kommentierte den Vorfall gegenüber der Zeitung: “Die Nerven liegen bei einigen Leuten blank. Da kann man nur den 14. Oktober herbeisehnen.“

(mf)