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06/12/2018 18:19 CET

Obdachloser findet 15.000 Euro auf Straße: Mit dem Geld hilft er nun Hunderten

"Ich habe noch nie so viel Geld angefasst und ich glaube nicht, dass ich es jemals wieder tun werde.”

ullstein bild via Getty Images
Ein Obdachloser in Amerika war ein ehrlicher Finder und rief die Polizei.
  • Ein Obdachloser hat in einer Tasche vor einer Armenspeisung 15.000 Euro gefunden.
  • Doch der Mann war ehrlich und rief die Polizei. Was dazu kommt: Der Obdachlose kann mit dem Geld nun Hunderten Menschen helfen.

Kevin Booth ist obdachlos, er lebt in Sumner, einer Stadt im US-Bundesstaat Washington. Dort besucht der 32-Jährige eine Armenspeisung, um etwas zum Essen zu bekommen.

Doch ein Tag vor rund drei Monaten verändert sein Leben: Booth wartet vor dem Eingang der Organisation, als er eine braune Tasche auf dem Boden bemerkt.

Er hebt sie auf – und findet darin 15.000 Euro.

Über den Fall berichtet nun die “News Tribune”.

Obdachloser wartet vor Armenspeisung und findet Tasche voller Geld

“Zuerst dachte ich: ‘Was zum Teufel liegt da auf dem Boden?’”, erzählt der 32-Jährige im Interview.

Als er einen Geldschein herauszieht, habe er daran gerochen, um zu sehen, ob das Geld echt sei. Danach habe er sich gefragt, ob er mit dem Geld abhauen soll oder es abgibt. 

Booth bleibt und wartet, bis die Armenspeisung aufmacht. Dann übergibt er das Geld der Direktorin der Organisation. Die kann es selbst kaum fassen.

Die beiden rufen die Polizei – die stellt fest, dass das Geld echt ist.

Polizei übergibt das Geld der Organisation

Der 32-jährige Obdachlose erinnert sich:

“Ich wurde später von den Beamten darüber informiert, wie viel Geld da wirklich drin und ich bin fast ohnmächtig geworden. Ich habe noch nie so viel Geld angefasst und ich glaube nicht, dass ich es jemals wieder tun werde.”

Doch behalten darf Booth das Geld erstmal nicht. Die Polizei kassiert es für die nächsten 90 Tage ein. Das ist die Zeit, die ein Staat nach geltendem Recht benötigt, um einen Eigentumsanspruch geltend zu machen.

Doch die Polizei findet den rechtmäßigen Besitzer nicht — und das Geld wandert zurück zur Armenspeisung.

Der Organisation kommt das Geld gerade recht: Sie beabsichtigt nämlich, ihr Gebäude zu erweitern, um der Versorgung von monatlich 1000 Menschen gerecht zu werden.

Polizei lobt Ehrlichkeit des Obdachlosen

Um sich bei Booth für den Geldsegen bedanken, gibt die Direktorin ihm einen Teil des Geldes in Essenskarten.

Auch wenn es für Booth schwierig gewesen sei, auf das Geld zu verzichten, sei er froh darüber, es gemacht zu haben. Er wisse schließlich, dass die Armenspeisung das Geld sinnvoll einsetze, sagt er der “News Tribune”.

Auch der Polizeichef der Stadt lobt den Obdachlosen: “Nicht jeder Bürger wäre in dieser Situation so ehrlich gewesen.”

Booths Ehrlichkeit kommt nun 1000 Menschen zugute – Menschen, die Hilfe dringend benötigen.

(kiru)