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07/09/2018 17:30 CEST | Aktualisiert 07/09/2018 18:12 CEST

Hacker erpresst Frauen, Nacktfotos zu schicken: Die Technik ist erschreckend einfach

"Wie hieß dein erstes Haustier?"

seksan Mongkhonkhamsao via Getty Images
Über Facebook kontaktierte der Hacker die Frauen (Symbolbild). 
  • Ein US-Amerikaner soll Frauen erpresst haben, ihm Nacktfotos zu schicken. 
  • Der 28-Jährige fragte seine Opfer nach den Antworten auf ihre Passwort-Wiederherstellungsfragen. 

Der 28-jährige Richard Gregory Bauer aus Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien soll Online-Accounts von Frauen geknackt und die Nutzerinnen anschließend erpresst haben, ihm Nacktbilder zu schicken. Das berichtete der US-amerikanische Technologie-Blog “Ars Technica”. 

Laut Anklage-Schrift des US-Amerikanischen Bezirksgericht soll die Technik des Hackers erschreckend einfach gewesen sein. 

“Wie hieß dein erstes Haustier?”

Über Facebook habe Bauer Frauen einfache, persönliche Fragen gestellt – die gleichen Fragen, die Web-Dienste auch nutzen, um Passwörter zurückzusetzen: “Wie hieß dein erstes Haustier” oder  “Wo haben sich deine Eltern kennengelernt” zum Beispiel.

Damit die Frauen keinen Verdacht schöpften, habe er behauptet, dass er die Antworten für einen Kurs über “menschliche Gesellschaften” brauche.

Manchmal habe er die Frauen auch überzeugt, unwissend Schadsoftware zu installieren, die ihre Login-Daten mitschrieben.

Mit diesen Informationen soll er dann die Passwörter der Internetkonten der Frauen geknackt haben. Die Konten habe er dann nach Nacktfotos durchsucht und sie gegebenenfalls an seine Opfer weitergeleitet. Er habe den Frauen gedroht, diese Fotos im Internet zu veröffentlichen, wenn sie ihm nicht noch mehr Nacktfotos schicken würden. 

Mehr zum Thema: Mann erkennt 21-Jährige von Sexseite auf Facebook wieder und erpresst sie

Bauer soll mindestens sieben Frauen erpresst haben. Er wurde  mittlerweile festgenommen. Bei seiner Vernehmung plädierte er auf “unschuldig” und wurde gegen eine Kaution von umgerechnet etwa 43.000 Euro entlassen. 

Wie verhalte ich mich, wenn mich jemand im Internet erpresst? Diese Tipps der Beratungsorganisation “Rat auf Draht”  können weiterhelfen:

  • Zuerst solltet ihr den Kontakt zum Erpresser abbrechen, ihn bei der jeweiligen Seite den Administratoren melden und ihn blockieren.
  • Auf gar keinen Fall solltet ihr auf seine Forderungen eingehen.
  • Außerdem solltet ihr eine Google-Benachrichtigung für euren Klarnamen und Nutzernamen erstellen. Falls jemand Inhalte mit euren Namen hochlädt, werdet ihr benachrichtigt. 
  • Eine Anzeige bei der Polizei schützt andere Opfer. Dabei helfen Screenshots und Chatprotokolle.

 

(nc)