POLITIK
10/08/2018 15:35 CEST | Aktualisiert 10/08/2018 15:51 CEST

„Studierten NS-Reden“: AfD-Enthüllungsbuch soll wegen dieser Sätze gestoppt werden

Es sind mehrere Unterlassungsforderungen gegen das Buch "Inside AfD" eingegangen.

Axel Schmidt / Reuters
AfD-Thüringen-Chef und Partei-Rechtsaußen Björn Höcke
  • Gegen das Enthüllungsbuch “Inside AfD” werden juristische Schritte erwogen, berichtet der “Spiegel”.
  • Grund sind zwei Passagen in dem Buch, die die frühere CDU-Politikerin Erika Steinbach und den Verleger Götz Kubitschek betreffen.

Es ist eine knallharte Abrechnung mit der AfD: In ihrem Enthüllungsbuch “Inside AfD” beschreibt die frühere Funktionärin Franziska Schreiber eine Partei voller Angst, Wut und Hass. Die heute 28-Jährige war Vorsitzende des AfD-Nachwuchses Junge Alternative (JA) in Sachsen, saß im JA-Bundesvorstand und war als Pressesprecherin tätig.

Nun soll Schreibers Buch juristisch gestoppt werden, berichtet der “Spiegel” in seiner neuen Ausgabe.

Erika Steinbach, diefrühere CDU-Politikerin und jetzige Vorsitzende der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung, und der neurechte Verleger Götz Kubitschek wollen demnach den Verkauf des Buches wegen zwei Passagen unterbinden.

AfD-Enthüllungsbuch: Steinbach und Kubitschek gehen juristische Schritte

Steinbach geht es um einen Abschnitt, in dem behauptet wird, sie habe bereits 2013 für den Wahlkampf der AfD gespendet. Gegenüber dem “Spiegel” wies sie dies als “erlogen” von sich.

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Kubitschek wiederum reichte eine Unterlassungsaufforderung wegen eines Abschnitts ein, laut dem er Reden des NS-Propagandaministers Joseph Goebbels gemeinsam mit dem thüringischen Landeschef Björn Höcke analysiert haben soll.

Auch Höcke hat eine Unterlassung gefordert

“Mit heiligem Ernst studieren sie Minderheitenmeinungen englischer Historiker sowie Bücher, Reden und Lehrmaterial aus der NZ-Zeit”, heißt es in dem Buch.

Und weiter: “Sie interessierten sich so sehr für den Nationalsozialismus, weil sie die Formel suchen, die in den Dreißigerjahren zum Erfolg führte.”

Kubitschek dementiert diese Aussage gegenüber dem “Spiegel”. Und auch die Quelle, auf die sich die Buchautorin bezieht, will diese Behauptung nie gesagt haben und erwägt nun rechtliche Schritte.

Außerdem soll eine Unterlassungsforderung von Höcke den Verlag erreicht haben.

(mf)