POLITIK
01/02/2018 12:40 CET | Aktualisiert 01/02/2018 12:45 CET

Berliner NPD veröffentlicht Karte mit Flüchtlingsheimen – Politiker sind empört

"Ein versteckter Aufruf zur Gewalt."

NPD
Die Asylheimkarte in Berlin sei ein indirekter "Aufruf zur Gewalt". 
  • Die NPD hat eine Karte mit Asylheimen in Berlin veröffentlicht
  • Politiker der SPD und Linken sehen darin einen Aufruf zur Gewalt gegen Flüchtlinge

Es ist eine Karte, die viele Frage aufwirft.

Die Berliner NPD hat auf ihrer Homepage eine Übersicht über Flüchtlingsheime der Stadt veröffentlicht.

Darauf zu sehen ist nicht nur Adresse der einzelnen Heime. Auch Ansprechpartner und Betreiber der Unterkunft sind aufgelistet. 

Kritiker sehen darin einen Aufruf zur Gewalt gegen Flüchtlingsheime.

“Ein versteckter Aufruf zur Gewalt”

“Diese Karte ist für mich ein versteckter Aufruf zur Gewalt. Die NPD gibt die Informationen und ihre Mitglieder wissen, was zu tun ist. Das ist niederträchtig”, sagt die Berliner Politikerin und stellvertretende Vorsitzende der Linken im Bundestag, Gesine Lötzsch.

Und weiter: “Diese Partei hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie Gewalt gegen Menschen als legitim betrachtet. NPD-Mitglieder griffen immer wieder Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte an. Dabei nahmen sie den Tod von Menschen billigend in Kauf”, sagte sie der HuffPost.

“Anstelle inhaltlich zu arbeiten, setzt die NPD auf Provokation”

Auch Kevin Hönicke, Fraktionsvorsitzender der SPD in Berlin-Lichtenberg, verurteilt die Karte.

Der HuffPost sagte er: “Eine minimalisierte NPD versucht mit einer Karte über alle Flüchtlingsunterkünfte und Freigabe von personenbezogenen Daten, Stimmung gegen Menschen, die Hilfe benötigen oder Hilfe schenken, zu machen.”

Die Karte könne laut Hönicke nur als Provokation gewertet werden. “Ich habe das Gefühl, dass die NPD nur darauf hofft, dass Anschläge auf solche Einrichtungen verübt werden! Anstelle inhaltlich zu arbeiten, setzen sie auf Provokation und geistige Brandstiftung! Beides ist abzulehnen.”

Das Bundeskriminalamt hat 2017 264 Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland gezählt. In 251 Fällen konnte ein rechtsextremer Hintergrund nachgewiesen werden.  

► Eine Anfrage der HuffPost an die NPD blieb bislang unbeantwortet.

Auf ihrer Homepage schreibt sie:

“Durch die neue Karte mit allen Berliner Asylheimen können Sie sich mit Hilfe der NPD bequem am heimischen Bildschirm informieren, welche interessanten ungebetenen Gäste sich in Ihrer Nachbarschaft tummeln.”

Mehr zum Thema: Die Wahlwerbung der NPD zeigt, dass die Partei endgültig nicht mehr ernst zu nehmen ist

(jkl)