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15/06/2018 12:05 CEST | Aktualisiert 15/06/2018 13:10 CEST

Reisetagebücher von Albert Einstein zeigen, wie rassistisch er dachte

“Es wäre schade, wenn diese Chinesen alle anderen Rassen verdrängen würden."

Donaldson Collection via Getty Images
Reisebuch-Einträge des Wissenschaftlers Albert Einstein sind veröffentlicht worden.
  • Die amerikanische Universität Princeton hat zum ersten Mal einige Notizen aus Albert Einsteins Reisetagebüchern veröffentlicht.
  • Aus seinen Asien-Einträgen geht hervor, dass dem Wissenschaftler rassistische Gedanken nicht fremd waren.

Der deutsche Physiker Albert Einstein hat in einer Rede von 1946 an der Lincoln Universität im US-Bundesstaat Pennsylvania gesagt, dass Rassismus eine “Krankheit weißer Menschen” sei.

Ob er sich damit auch selbst meinte, ist nicht bekannt.

Notizen aus einigen seiner Reisetagebücher, die die Universität Princeton erstmalig veröffentlichte, zeigen nun, dass auch Albert Einstein eine offensichtliche fremdenfeindliche Haltung hatte.

Die Universität Princeton veröffentlichte zum ersten Mal einige Auszüge aus den Reisetagebüchern in englischer Sprache. Darüber berichtete die britische Tageszeitung “The Guardian”.

Chinesen seien “fleißige, schmutzige, stumpfsinnige Menschen”

Die fremdenfeindlichen Bemerkungen entstanden, als er zwischen Oktober 1922 und März 1923 Nordafrika und Asien bereiste.

Einstein betitelte die Chinesen in seinen Tagebüchern als “fleißige, schmutzige, stumpfsinnige Menschen.”

Selbst die Kinder würden “geistlos und stumpf” aussehen.

“Es wäre schade, wenn diese Chinesen alle anderen Rassen verdrängen würden”

Laut “Guardian” setzte Einstein in seinen rassistischen Bemerkungen noch eins drauf: “Es wäre schade, wenn diese Chinesen alle anderen Rassen verdrängen würden. Für uns ist der bloße Gedanke unaussprechlich trostlos.”

Zudem stellte er auch die Attraktivität chinesischer Damen in Frage: “Ich habe bemerkt, wie gering der Unterschied zwischen Männern und Frauen ist. Ich verstehe nicht, welche verhängnisvolle Anziehungskraft chinesische Frauen besitzen, die die entsprechenden Männer bezaubern...”

Japaner seien “intellektuell schwach”

Aber nicht nur über die Chinesen urteilte der Wissenschaftler. Auch Japaner bezeichnete er als “intellektuell schwach”.

Jedoch seien sie im Gegensatz zu den Chinesen noch “unaufdringlich, anständig und insgesamt sehr ansprechend.”

“Klares Zeichen für Rassismus”

In Sri Lanka soll Einstein über die dortigen Bewohner gesagt haben: “Sie leben in großem Schmutz und beträchtlichem Gestank auf dem Boden, tun wenig und brauchen wenig.”

Für Ze’ev Rosenkranz, den leitenden Redakteur und stellvertretenden Direktor des “Einstein Papers Project” am California Institute of Technology, seien die Kommentare des Wissenschaftlers ein “klares Zeichen für Rassismus”.

Im Gespräch mit dem “Guardian” sagte er: “Sie stehen im Gegensatz zum öffentlichen Image der großen humanitären Ikone. Ich denke, es ist ein ziemlicher Schock, diese Kommentare zu lesen und sie mit seinen öffentlicheren Aussagen zu vergleichen. Sie sind eher willkürlich, denn Einstein hat sie nicht für die Veröffentlichung beabsichtigt.”

(kru)