POLITIK
14/06/2018 11:43 CEST

Nordkorea: Trumps Außenminister soll Deal mit Kim erklären – und rastet aus

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POOL New / Reuters

► Nach dem Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Kim Jong-un bleibt eine Frage offen: Wird Nordkorea tatsächlich sein Atomprogramm aufgeben? 

► In der von Trump und Kim unterzeichnete Abschlusserklärung bleibt das ostasiatische Land ein klares Bekenntnis zur Abrüstung schuldig. Ein Sachverhalt, den auch US-Außenminister Mike Pompeo am Mittwoch nicht aufklären konnte – beziehungsweise wollte. 

► Denn als ein Reporter Pompeo während seines Trips nach Südkorea bat zu erklären, wie die USA die Denuklearisierung Nordkoreas überprüfen wollten, rastete der Minister laut dem britischen “Guardian” unvermittelt aus: 

“Ich finde diese Frage beleidigend, lächerlich und, ganz ehrlich, grotesk. Ich muss da einfach ehrlich mit ihnen sein. Sie treiben ein Spiel und mit so ernsten Angelegenheiten sollte man kein Spiel treiben.” 

Darum ist Pompeos Ausraster von Bedeutung: 

Pompeos Wutanfall ist ein Offenbarungseid.

Statt berechtigte Nachfragen zu der unklar und vage gehaltenen Erklärung von Singapur zu beantworten und die genaue Position der USA gegenüber Nordkorea zu erläutern, attackiert er die Presse. 

Zwischen den Vereinigten Staaten und dem Kim-Regime gebe es auch Vereinbarungen, die nicht zu Papier gebracht wurden, sagte Pompeo noch am Mittwoch. 

Auch das ist keine klare Information. Fest steht weiterhin: Es gibt kein klares Bekenntnis Nordkoreas zur atomaren Abrüstung – und keinen seitens der USA erläuterten Plan, wie diese erreicht werden soll. 

Das sind die vier Hauptpunkte der Singapur-Erklärung von Donald Trump und Kim Jong-un:

1. “Die USA und Nordkorea verpflichten sich dazu, eine neue Beziehung im Sinne der Wünsche ihrer Bevölkerungen und des Friedens und des Wohlstandes einzugehen.”

2. “Die USA und Nordkorea wollen in ihrem Bemühen, einen anhaltenden und stabilen Frieden auf der koreanischen Halbinsel zu schaffen, zusammenarbeiten.”

3. “In einer Bestätigung der Panmunjon-Erklärung vom 27. April 2018 erklärt sich Nordkorea bereit, auf eine komplette Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel hinzuarbeiten.”

4. “Die USA und Nordkorea verpflichten sich, Kriegsgefangene und im Kampf vermisst gegangene Soldaten zu finden und sie wieder in ihre Heimat zurückzuführen.”

Diese Versprechen gaben Trump und Kim außerdem ab: 

► Trump sagte auf einer Pressekonferenz in Singapur, er werde die zur Abschreckung gedachten gemeinsamen Militärmanöver der USA mit Südkorea einstellen. 

► Kim sicherte im Gegenzug zu, dass internationale Atom-Kontrolleure Zugang zu Nordkorea erhalten sollen.  

Mehr zum Thema: Nordkoreas Medien feiern Trumpgipfel – und zeigen dessen größtes Problem

Was Donald Trump selbst noch über seinen Gipfel mit Kim sagte:

Noch während seines Rückflugs aus Singapur sagte Trump, der Gipfel sei ein großer Erfolg gewesen. Der US-Präsident lobte auch den Diktator Kim Jong-un. Angesprochen auf die grausamen Verbrechen dessen Regimes, sagte Trump: 

“Er ist ein harter Typ. Hey, wenn du ein Land übernimmst, ein hartes Land, harte Menschen, und du übernimmst das von deinem Vater ... wenn du das schaffst mit 27 Jahren, ich finde, dass schafft nur einer aus 10.000.” 

(mkl)