POLITIK
13/01/2019 09:09 CET

Nord Stream 2: US-Botschafter Grenell schreibt Drohbriefe an deutsche Firmen

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DANIEL BOCKWOLDT via Getty Images
Donald Trumps verlängerter Arm in Deutschland: US-Botschafter Richard Grenell. 

► Im Streit über die Ostseepipeline Nord Stream 2 setzt der US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, deutsche Unternehmen immer stärker unter Druck. 

► Nachdem er bereits Ende Dezember mit Sanktionen gedroht hatte, schrieb er nun mehreren an dem Projekt beteiligten Konzernen nach Informationen der “Bild am Sonntag” einen Brief.

► Die Zeitung zitiert aus dem Schreiben: 

“Wir betonen weiterhin, dass Firmen, die sich im russischen Energieexport-Sektor engagieren, sich an etwas beteiligen, das mit einem erheblichen Sanktionsrisiko verbunden ist. Im Ergebnis untergraben Firmen, die den Bau beider Pipelines unterstützen, aktiv die Sicherheit der Ukraine und Europas.”

Worum es beim Streit über Nord Stream 2 geht: 

Nord Stream 2 soll Gas direkt von Russland über die Ostsee nach Deutschland transportieren. Mehrere deutsche Unternehmen sind an der Pipeline beteiligt. Der Bau der 1200 Kilometer langen Trasse hat längst begonnen.

Die USA und die Ukraine, aber auch einige östliche EU-Staaten wie Polen wollen es stoppen. Sie argumentieren mit der Bedrohung, die von Russland ausgehe.

Für die Ukraine und andere osteuropäische Länder sind Transitgebühren für russisches Gas zudem eine wichtige Einkunftquelle.

Wie Grenell seinen Brief an die Firmen begründet: 

Grenell schrieb laut der “Bild am Sonntag” an die deutschen Firmen, die EU mache sich in der Energiesicherheit von Russland abhängig. Firmen müssten sich klar machen, welche Gefahr das Projekt für die europäische Energiesicherheit darstelle, und welche Reputationsverluste und Sanktionen damit verbunden wären.

Ein Sprecher Grenells sagte der Zeitung: “Der Brief ist nicht als Drohung aufzufassen, sondern als klare Botschaft der US-Politik.”