ELTERN
20/09/2018 13:00 CEST | Aktualisiert 20/09/2018 13:10 CEST

"Nicht verbieten": Was Eltern tun können, wenn Kinder immer Süßigkeiten wollen

"Süßes sollte Teil einer ausgewogenen Ernährung sein."

praetorianphoto via Getty Images
"Ihr solltet euch überlegen, welche Süßigkeiten ihr euren Kindern gebt." (Symbolbild)
  • Oft fällt es vielen Eltern schwer, ihren Kindern Süßigkeiten in einem gesunden Maß zu geben.
  • Wir haben sieben Eltern gefragt, wie sie es schaffen, die Zuckerlust ihrer Kids zu rationieren. 

Viele Eltern kennen das bestimmt: Wir wollen unseren Kindern Gemüse so schmackhaft wie möglich machen. Doch egal wie sehr wir es auch versuchen: gesunde Sachen scheinen nie so lecker oder verführerisch zu sein, wie Süßigkeiten.

Besonders schwierig wird es nach einem langen Arbeitstag, wenn die Nerven sowieso schon blank liegen, die Geduld kaum noch vorhanden ist und sich unser Nachwuchs einfach nicht davon abbringen lässt, genau jetzt die Schokolade zu essen. Und uns Eltern davon überzeugen will, indem es solange schreit, bis es seinen Willen durchgesetzt hat. 

Da fällt es einem oft leichter, einfach nachzugeben, anstatt die guten Vitaminvorsätze durchzuboxen.

“Verbietet ihnen nicht die Süßigkeiten”

Süßigkeiten solltet ihr euren Kindern in Maßen geben, als Teil einer ausgewogenen Ernährung – das rät zumindest Cathy Ranson, Redakteurin der Platform “ChannelMum.com”. “Verbietet die Süßigkeiten nicht. Wenn ihr das tut, dann wird Süßes zu einer Art Heiliger Gralund die Kinder werden verrückt danach”, erklärt Ranson. 

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“Auch solltet ihr euch genau überlegen, welche Süßigkeiten ihr euren Kleinen gebt. Nehmt zum Beispiel keine Lollies, denn der Zucker bleibt länger auf den Zähnen kleben und verursacht schneller Karies als andere Schleckereien.”

Wir haben für euch Eltern gefragt, wie sie die Zuckerlust ihrer Kinder rationieren und sie davon abhalten, jeden Tag zu jeder Stunde Süßes zu essen.

“Seid ein gutes Beispiel”

AMYPACKHAM

Robin Bharaj, 41 Jahre, hat einen kleinen Sohn und weiß genau, dass er in Zukunft das Thema Süßigkeiten nicht vermeiden könne. “Es ist ziemlich knifflig, weil man genau weiß, wie süchtig Kinder nach Süßigkeiten werden können”, sagt Bharaj. 

“Manchmal kann man richtig sehen, wie Kinder ihr Verhalten ändern, wenn sie sich nach einer süßen Dosis verzehren. Andererseits, als wir erzogen wurden, hat sich niemand wirklich für die Problematik interessiert und Zucker gab es zu jeder Zeit.” 

Als Vater findet Bharaj es wichtig, nachzuschauen, wie viel Zucker in den verschiedenen Süßigkeiten steckt. “Auch ist es wichtig, ein gutes Beispiel und ein Vorbild für die Kinder zu sein.”

“Sagt nein, ihr seid die Eltern!”

AMYPACKHAM

Kerry Richmond, 38 Jahre, hat einen Sohn und eine Tochter im Alter von acht und vier Jahren. Die Mutter erklärt, dass ihr Sohn keine Süßigkeiten bekommen habe, bis er etwa fünf Jahre alt war. Richmond gab ihm stattdessen Rosinen und manchmal Schokoladenrosinen.

Ihre Tochter wuchs jedoch mit einem älteren Bruder auf, der selbst gerne nach Süßigkeiten gebettelt hat und sie es ihm deshalb gleich tat. Doch Richmonds Antwort auf das Flehen war immer eindeutig: “Ich sage einfach ‘Nein, du bekommst keine’, wenn meine Tochter zu oft fragt”, erklärt die Mutter. “Es ist ganz einfach: ihr seid schließlich die Eltern.”

“In Maßen ist alles okay”

AMYPACKHAM

Joaquim Beneitez, 38 Jahre, ist Vater einer Tochter. Er glaubt, dass es Eltern sowieso schon schwer haben, wenn jeder ihnen ständig sagt, was sie ihren Kinder zum Essen geben sollten und was nicht . “Ich denke, dass alles in Ordnung ist, solange es in Maßen ist”, rät er.

“Meine Kids bekommen einmal am Tag Süßigkeiten, diese Grenze habe ich ihnen gesetzt.”

“Ich gebe ihm einfach Obst”

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Ranson, Redakteurin bei “ChannelMum”, erklärt, dass Eltern als Alternative für Süßigkeiten Obst in kleine Stücke schneiden könnten. Kleine Kinder könnten ihrer Meinung nach oftmals davon überzeugt werden, dass kleingeschnittene Trauben oder Erdbeeren Süßigkeiten seien. 

Auch Dan Smaller, 41 Jahre, macht das mit seinem Kleinen. “Ich gebe ihm ehrlich gesagt gar keine Süßigkeiten”, antwortet er auf die Frage, wie er die Zuckerlust seines Kindes eindämmt. “Ich gebe ihm einfach Obst.”

 

“Setzt Grenzen solange sie noch jung sind”

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Die 34-jährige Candy Jin hat uns erzählt, dass sie ihrer Tochter von Anfang an Grenzen gesetzt hat. Von klein auf habe sie ihrem Kind vorgegeben, wie viele Süßigkeiten es haben könne. “Jede Woche bekommt sie drei Süßigkeiten oder Schleckereien”, sagt die Mutter. “Sie bekommt nie zu viel.”

“Kauft erst gar keine Süßigkeiten”

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Sheena Whittingdon, 68 Jahre, hat zwei erwachsene Kinder und drei Enkelkinder.

“Ich musste die Süßigkeiten für meine Kinder nicht rationieren, ich habe ganz einfach gar keine gekauft.”

“Ich habe einen Notfall-Lutscher im Buggy”

Lizzie Sibley, 33 Jahre, hat ein zweijähriges und ein sechs Monate altes Kind. Die Mutter weiß, dass es für Eltern oft schwer ist, wenn diese ständig Tipps und Erziehungsratschläge bekommen. “Eltern zu sein ist sowieso schon schwer”, sagt sie. “Um ein schreiendes Kleinkind in den Buggy zu bekommen, hilft manchmal nur eine Süßigkeit. Nicht die ganze Packung, aber einfach ein Gummibärchen – das bedeutet nicht, dass wir unseren Kindern ständig Süßigkeiten geben würden.”

Sibley erklärt, dass sie immer einen Notfall-Lutscher in ihrem Kinderwagen habe – nur zu Sicherheit, falls sie ihr Kind überhaupt nicht beruhigen kann. “Der Lutscher liegt jetzt seit drei Monaten im Buggy, ohne dass ich ihn benutzen musste”, sagt die Mutter. “Aber er ist auf jeden Fall ein Sicherheitsnetz.”

Der Artikel erschien ursprünglich in der US-amerikanischen Ausgabe der HuffPost und wurde von Nadine Cibu aus dem Englischen übersetzt und angepasst.

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