POLITIK
06/07/2018 11:11 CEST

Nicht mit Merkel abgestimmt: Seehofer kritisiert harte EU-Linie beim Brexit

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OMER MESSINGER via Getty Images
Bundesinnenminister Horst Seehofer.

► Der Asylstreit ist nicht das einzige Feld, in dem Horst Seehofer Kanzlerin Merkel in die Parade fährt. Der Bundesinnenminister hat sich jetzt auch in die Brexit-Diskussion eingeschaltet.

► In einem Brief an die EU-Kommission warnt Seehofer, dass ein harter Kurs gegenüber Großbritannien in Brexit-Streit die Sicherheit der europäischen Bürger gefährdet. Das berichtet die britische Zeitung “Financial Times”. 

► Brisant: Der Brief war nicht mit dem Kanzleramt abgestimmt.  

Darum ist Seehofers Vorstoß wichtig:

Kanzlerin Angela Merkel unterstützt eine harte Line bei den Brexit-Verhandlungen. Die besteht vor allem darin, dass London nach einem Ausscheiden aus der EU kaum noch Sonderechte hätte. 

Großbritannien wünscht sich unter anderem mit der EU in einer Zollunion zu bleiben. So würden die negativen wirtschaftlichen Folgen für die britische Wirtschaft gelindert. Die EU lehnt eine solche Extravereinbarung derzeit ab. 

Zudem gibt es seit längerem Diskussionen, wie nach einem Brexit die europäischen Sicherheitsbehörden mit den britischen Kollegen weiterarbeiten können. 

Was ihr noch über Seehofers Vorstoß wissen müsst:

Schon länger gibt es bei Sicherheitsexperten Befürchtungen, dass sich nach dem Brexit die Sicherheitskooperation zwischen der EU und Großbritannien verschlechtert.

Vor allem die Chefs der britischen Sicherheitsbehörden fürchten seit langem, dass Sicherheitsfragen zum Pfund in den Brexit-Verhandlungen werden

Nicht ganz zu Unrecht. Zuletzt hatte der Brexit-Chefunterhändler der EU, Michel Barnier, damit gedroht, die britischen Sicherheitsbehörden zum Beispiel von Europol-Diskussionsrunden auszuschließen.

Hier setzt Seehofer mit seinem Brief an. Ob er den Verhandlern in Brüssel damit einen Gefallen tut, bleibt abzuwarten. 

(jg)