POLITIK
10/08/2018 10:47 CEST | Aktualisiert 10/08/2018 13:05 CEST

Sahra Wagenknechts neues Bündnis: Verblüffender Erfolg in Umfrage

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Ein Drittel der Deutschen könnte sich vorstellen, das linke Bündnis von Sahra Wagenknecht zu wählen, wenn es bei den Wahlen antreten würde. Das ergibt eine Emnid-Umfrage im Auftrag des “Focus” Magazins, wie ihr auch oben im Video sehen könnt.

 Demnach sagten 34 Prozent der Bundesbürger, dass sie sich vorstellen könnten, das neue linke Bündnis zu wählen. Unter den Anhängern der Linkspartei sind es 87 Prozent, bei den Grünen 53 Prozent, bei den SPD-Anhängern 37 Prozent.

► Dass Wagenknecht mit ihrer Bewegung einen Nerv getroffen hat, zeigen weitere Zahlen: 58 Prozent der Befragten sagten , dass es in Deutschland “im Großen und Ganzen eher ungerecht” zugehe, nur 38 Prozent waren der Auffassung, es gehe “im Großen und Ganzen eher gerecht” zu. 

Warum die Umfragewerte überraschend sind

Sahra Wagenknecht war erst am Wochenende mit Details ihrem neuen Bündnis an die Öffentlichkeit gegangen. In den Tagen seitdem haben sich mehr als 50.000 Unterstützer registriert. 

Wagenknecht möchte mit ihrer Bewegung die linken Kräfte in Deutschland vereinen, um dem Aufstieg der Rechtspopulisten etwas entgegenzusetzen.

Ihre Vorbilder sind die USA mit dem Demokraten Bernie Sanders, Großbritannien mit Jeremy Corbyn und Frankreich mit Jean-Luc Mélenchon.

Dass Wagenknecht erste Erfolge feiern kann, zeigt, dass sie offensichtlich einen Nerv in der Bevölkerung getroffen hat. 

Von Emdnid gefragt, wie sie sich auf einer Skala von 1 für „links“ bis 10 für „rechts“ selbst einordnen, verortet sich die Mehrheit der Deutschen mit 4,7 leicht links der Mitte. 

Was Politikforscher über die neue Bewegung sagen 

Politik-Experten prophezeiten der Bewegung Anfang der Woche gegenüber der HuffPost einen möglichen Erfolg.

Von “guten Chancen” spricht etwa der Politik-Experte Andreas Nölke von der Universität Frankfurt. 

Die Erfahrung in anderen westlichen Ländern habe gezeigt, dass gerade auch im linken Spektrum “ein starkes Bedürfnis an der politischen Mobilisierung jenseits der klassischen Parteikarriere” bestehe. Nölke erinnert an die vielen jungen Menschen, die in den USA für Bernie Sanders geworben haben.

“Die Bewegung hat Erfolg, wenn sie die strategische Anlage der Entwicklung dieser neuen Partei richtig anpackt”, sagt hingegen Werner Weidenfeld von der LMU in München.

► “Aufstehen” müsse eine “linke Antwort” auf die drängendsten Zukunftsfragen finden. Die traditionellen linken Parteien – vor allem die SPD – seien dazu derzeit sprachlos. Den Sozialdemokraten drohe eine “beispielloser Niedergang”, den Wagenknechts Bewegung beschleunige und von dem diese gleichzeitig profitiere.