NACHRICHTEN
12/09/2018 15:41 CEST

Nazi droht Nachbarn mit Mord, weil sie sich gegen Rassismus einsetzen

Die Hausgemeinschaft solidarisiert sich mit den Betroffenen.

NurPhoto via Getty Images
Ein Briefkasten. (Symbolbild) 
  • Ein Unbekannter hat zwei Österreichern einen fremdenfeindlichen Drohbrief in den Briefkasten gesteckt.
  • Der anonyme Schreiber, der vermutlich im Haus der beiden wohnt, störte sich an einem antirassistischen Transparent. 

Ein am Balkon angebrachtes Transparent mit der Aufschrift “Gegen den rassistischen Normalzustand” hat einen Wiener durchdrehen lassen. 

Der Unbekannte warf zwei Bewohnern in einem Mehrparteienhaus in Wien-Ottakring ein Hass-Schreiben in ihren Briefkasten. Dessen Inhalt hat es in sich und beschäftigt nun die Polizei, wie die österreichische Zeitung “Der Standard” berichtet.

Pikant: Da das Transparent von der öffentlichen Straße nicht einsehbar ist, handelt es sich beim Verfasser vermutlich um einen Nachbarn der beiden Empfänger des Briefes.

Das Schreiben, das sich an die zwei Österreicher richtet, von denen einer einen asiatischen Migrationshintergrund hat, beginnt mit Beschimpfungen: “Ihr verhurten Drecksschweine”. Dann hetzt der Verfasser gegen das “Ausländerpack” und droht den Empfängern schließlich offen mit Mord. 

“Ihr werdet brennen”

Laut dem “Standard”, dem eine Kopie des Schreibens vorliegt, fordert der anonyme Schreiber die Männer auf, das Transparent zu entfernen, “sonst werdet ihr dafür brennen und vielleicht sogar draufgehen.”

Und weiter: “Wir geben euch eine Woche, wenn das dann noch da hängt, folgen Taten, ihr Bazillen.”

Das Schreiben endet zynischerweise mit “Also auf gute Nachbarschaft” und einem “Nazis forever” – samt dilettantisch gezeichnetem Hakenkreuz.

Die Empfänger des Hassschreibens hängten den Brief im Haus aus und erstatten Anzeige bei der Polizei. Laut “Standard” sei auch der Verfassungsschutz in die Ermittlungen involviert, die Polizei nehme das Dokument aufgrund der drastischen Worte ernst.

Immerhin: Dutzende Nachbarn haben sich mittlerweile mit den Betroffenen solidarisiert. In einem ebenfalls im Haus angeschlagenen zweiten Schreiben zeigen sie sich “entsetzt und beschämt über die Tatsache, dass solch ‘braunes Gerülpse’ in diesem Haus möglich ist”.

(jg)