ENTERTAINMENT
14/06/2018 08:16 CEST | Aktualisiert 14/06/2018 10:39 CEST

Bekannteste Nazi-Familie bei "Stern TV": Jetzt gehen sie aufeinander los

“Sie ist eine Hure.”

  • Seit über 20 Jahren begleitet “Stern TV” eine verwahrloste, rechtsradikale Familie.
  • Nun ist Mutter Karin Ritter endgültig am Ende: Ihre Söhne bedrohen sie in ihrer Obdachlosenunterkunft.
  • Das Video oben zeigt, was Menschen wirklich über Obdachlose denken.

Obdachlosigkeit, Kriminalität und Hass: Der rechtsradikalen Familie Ritter aus Köthen in Sachsen-Anhalt geht es schon richtig dreckig. Jetzt soll sich die desaströse Lage noch verschlimmert haben.

“Stern TV” hat die Familie um Nazi-Mutter Karin Ritter schon über 20 Jahre begleitet. Ihre Söhne gaben sich schon als Kinder rechtsradikal und aggressiv; sie mussten mittlerweile mehrere Haftstrafen antreten. 

Die Ritter-Familie lebt in Armut – und Hass

Die nun erwachsenen Männer sind schwer von ihrem Leben gezeichnet. Ihre Nazi-Ideologie sowie ihre Alkohol- und Drogensucht haben sie in einen immer tieferen Sumpf aus Gewalt, Verwahrlosung und Hoffnungslosigkeit gezogen.

Zwei Brüder, Norman und René, leiden an der lebensgefährlichen Erkrankung Leberzirrhose, die durch Alkoholsucht verursacht wird.

Sie leben zusammen mit ihrer Mutter in einem Obdachlosenheim in Köthen, das nicht einmal über sanitäre Anlagen verfügt.

Jetzt hat sich Karin Ritter mit einem Hilferuf an “Stern TV” gewandt: Zusammen mit Enkelin Jasmin werde sie von ihren Söhnen Norman und Christopher bedroht und könne kaum noch die Wohnung in der Unterkunft verlassen.

Das sind nicht mehr meine Söhne”, sagt Karin Ritter dem Kamera-Team. “Ich hasse meine Jungs.”

Sie klagt an: “Seit sechs Wochen lassen sie uns nicht mehr heraus. Ich habe Todesdrohungen bekommen: Aus dem Fenster wollen sie mich werfen.” 

Außerdem hätten sie Enkelin Jasmin geschlagen und ihr Handy zerstört.

Mehr zum Thema:  “Stern-TV” begleitet Nazi-Familie seit 23 Jahren - so geht es den verwahrlosten Kindern heute

Eine lieblose Nazi-Familie

“Sie ist eine Hure”, sagt einer ihrer Söhne zu den Anschuldigungen. “Sie bedroht meine Freundin und seine.”

Offenbar hat Karin Ritter, die dann auch auf die Partnerinnen schimpft, ein Problem mit den Freundinnen ihrer Söhne. Warum und wie das Ganze so eskalieren konnte, wird nicht klar. 

Erst ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Familie nichts anderes kennen zu scheint als Hass und Aggression.

Eine ehemalige Lehrerin, an deren Schule die Ritter-Söhne mit selbstgebastelten Schlagstöcken randaliert hatten, erklärte damals: “Sie kommen aus einem Zuhause, in dem es nicht liebevoll zugeht, sie kennen das nicht. Und wir Lehrer können das in der Schule nicht auffangen, was dann bei ihnen Zuhause passiert.”

Eine Szene aus dem Jahr 1994 zeigt, wie ein Skinhead, mit dem Karin Ritter verkehrte, einem der Söhne einen Fußtritt gibt. Karin Ritter, die sich ihren Kindern gegenüber vor laufender Kamera mehrmals gleichgültig und verächtlich zeigte, weist jede Schuld von sich.

Sie sieht sich als Opfer der Behörden, der Ausländer.

Karin Ritter sieht sich als Opfer der Behörden

Die Polizei kommt nicht mehr”, behauptet sie, als sie die Streitigkeiten mit ihren Söhnen beschreibt. Die Polizei jedoch gab gegenüber “Stern TV” an, dass sie seit April 31 Einsätze in der Ritter-Unterkunft hatte, also fast jeden zweiten Tag. 

Daran scheint sich Karin Ritter nicht erinnern zu wollen. Sie schimpft lieber auf “die Ausländer, die alles kriegen. Und wir sind die Ritters und wir kriegen nichts”.

Und die sanitären Einrichtungen, die Karin Ritter so gerne hätte? Die würde sie bekommen, doch der Bau ist erst einmal gestoppt. Denn: Die Bauarbeiter haben den Rückzug angetreten, nachdem sie von den Ritter-Söhnen bedroht wurden. 

Die Familie macht mit ihren Aggressionen jede Hilfe einfach unmöglich.

CDU-Stadtrat Georg Heeg verspricht hingegen trotz allem, dass man im Oktober mit den Bauarbeiten weiter machen wolle. Außerdem würde bei den Behörden andere Wohnmöglichkeiten für die Familie gesucht.  

Nur: Wer will neben den Ritters wohnen?