ELTERN
19/03/2018 12:04 CET

Afghanistan: Eltern werden bedroht, weil sie ihrem Sohn diesen Namen geben

„Er wird wahrscheinlich von seinen Klassenkameraden geärgert oder verprügelt werden."

WAKIL KOHSAR via Getty Images
Der 18 Monate alte 'Donald Trump' weiß noch nicht, welche Bürde sein Name mit sich bringen wird.
  • Eltern aus Afghanistan nannten ihren Sohn ‘Donald Trump’
  • Für ihre Entscheidung ernteten sie Hasskommentare und Morddrohungen 

Ein Familienvater aus Afghanistan wünschte sich für seinen Sohn nur eines: Dass er als erwachsener Mann einmal ein erfolgreiches Leben führen wird. Wie aus einem Bericht des Nachrichtenportals “Welt” hervorgeht, gab Sajed Assadullah Puja deshalb seinem jüngsten Sohn einen besonders speziellen Namen.

►Er nannte ihn ‘Donald Trump’.

Doch diese Entscheidung habe ihm bis jetzt nichts Gutes gebracht – lediglich Hasskommentare und sogar Todesdrohungen im Internet, schrieb die “Welt”.

Auch in der Nachbarschaft fühle sich der Familienvater nicht mehr sicher: “Wenn ich rausgehe, fühle ich mich bedroht”, erklärte der Vater dem Newsportal.

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„Ich wusste nicht, dass Afghanen so sensibel auf Namen reagieren“

Begonnen habe die Misere mit einem ungewollten Facebook-Post: Die Namensurkunde des Kindes sei von irgendjemanden veröffentlicht worden. Dass ein muslimisches Ehepaar ihr Kind ‘Donald Trump’ nenne, habe daraufhin heftige Reaktionen ausgelöst, heißt es weiter in dem Bericht.

Die Spannbreite reichte von eher harmlosen Kommentaren, wie “ungläubiger Name”, bis hin zu Todesdrohungen gegen den 18 Monate alten ‘Donald Trump’. Der Vater habe kurzerhand seine Facebook-Seite schließen müssen, da die Reaktionen zu stark und extrem ausgeartet seien, schrieb die “Welt.”

“Ich wusste nicht, dass Afghanen so sensibel auf Namen reagieren”, äußerte sich der 28-Jährige gegenüber dem Newsportal.

Auch in der Nachbarschaft von Kabul sei die vierköpfige Familie bedroht worden. Ansässige forderten sie laut “Welt” dazu auf, das Viertel zu verlassen - oder bedrohten den Vater und seine Familie.

Vater nimmt Mobbing des eigenen Sohnes in Kauf

NurPhoto via Getty Images
Sayed Assadullah Puja mit Sohn 'Donald Trump'.

Die Namenswahl habe selbst den inneren Kern der Familie gespalten: Kurz nachdem den Eltern des Vaters bewusst wurde, dass er sein Kind tatsächlich ‘Donald Trump’ nennen werde, seien sie in Konflikt geraten, berichtete das Nachrichtenportal.

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► Daraufhin zogen seine Frau Dschamila und die beiden älteren Kinder, der achtjährige Karim und die neunjährige Fatima, im November 2016 nach Kabul.

Nur, was hat den muslimischen Vater bewegt, seinem jüngsten Sohn solch einen prominenten Namen zu geben?

“Ich habe mich viel mit ihm beschäftigt, und das hat mich dazu gebracht, meinen Sohn nach ihm zu benennen”, sagte Sajed Assadullah Puja dem Newsportal.

Weiter habe der Vater in der Vergangenheit einiges über den Geschäftsmann und heutigen Präsidenten Donald Trump gelesen. Dessen Erfolg habe den 28-Jährigen inspiriert und er wünsche sich dasselbe Glück für seinen Sohn, schrieb die “Welt”.

Sajed Assadullah Puja sei sich auch darüber im Klaren, dass dieser Name negative Konsequenzen für seinen Sohn haben könne. Er wird wahrscheinlich von seinen Klassenkameraden geärgert oder verprügelt werden“, erklärte er dem Newsportal.

► Doch davon würde er sich nicht abhalten lassen: “Ich würde ihn wieder so nennen. Zum Teufel mit den anderen Leuten.“

(kap)