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09/04/2018 12:10 CEST | Aktualisiert 10/04/2018 15:47 CEST

Nachhaltig Sparen: So verbessert ihr die Welt durch Geldanlagen

Sparen und dabei die Welt retten – es ist so einfach!

BrianAJackson via Getty Images
Erkundigt euch, welche Banken ethische, soziale und ökologische Werte verfolgen.

Liegt dein Geld auch nur träge auf dem Girokonto rum? Dabei könnte es Trinkwasserbrunnen in Afrika bauen, die Arbeitsbedingungen deiner Mitmenschen verbessern oder aus Wind Strom erzeugen. Und ganz nebenbei vermehrt es sich auch noch für deine Zukunft.

Nur eine Wunschvorstellung? Ganz und gar nicht.

Wenn du bisher dachtest, dass nur Menschen mit richtig großen Geldsummen wirklich etwas auf der Welt verändern können, ist es Zeit zum Umdenken. Denn wenn du dein eigenes Vermögen clever und bedacht platzierst und investierst, kannst du selbst mit kleinem Budget die Welt ein Stückchen besser machen. 

Augen auf bei der Bankwahl

Der wohl einfachste Weg, mit deinem Geld einen Unterschied zu machen, ist deine Bank genau anzuschauen: Worin investiert sie?

Denn deine Einlagen liegen dort nicht einfach in einem Tresor, die Bank wirtschaftet damit. Wo dein hart erarbeitetes Vermögen dabei landet, das ist oft sehr undurchsichtig.

Zum Einen kannst du immer direkt bei deiner Bank nachfragen. Anhaltspunkte bietet aber auch der Fair Finance Guide, ein Projekt, das unter anderem von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen gefördert wird.

So haben deutsche Banken und Versicherungen zwischen 2014 und 2017 allein knapp zehn Milliarden Dollar in Atomwaffen-Produzenten investiert. Das gab die Anti-Atom-Kampagne Ican in einer neuen Studie Anfang März 2018 bekannt.

Bist du mit den Investitionen deiner Bank nicht einverstanden, kannst du wechseln.

Es gibt auch Banken die ihre Geschäfte bewusst offen legen und ethische, soziale und ökologische Werte verfolgen. Beispiele sind die GLS Gemeinschaftsbank, Triodos-Bank, Liga Bank, Ökobank oder Ethikbank.

Zwar verlangen die meisten dieser Banken Kontoführungsgebühren, dafür kannst du aber sicher sein, dass sie auf zweifelhafte Geschäfte verzichten.

Mehr zum Thema: Was jeder tun kann, um seinen Alltag bewusster und nachhaltiger zu gestalten

Vielmehr unterstützen sie soziale oder ökologische Projekte in der Region, wie die Ladeneröffnung des Eco-Fashion-Stores “Zündstoff” in Freiburg (durch die GLS). Oder das Hotel “Grenzfall” in Berlin, finanziert von der Bank für Kirche und Diakonie, in dem Menschen mit Handicap tariflich bezahlte Arbeit finden.

Lege dein Geld nachhaltig an

Wenn dein Geld Gutes tun und zeitgleich mehr werden soll, lautet der Plan also: Investieren. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten.

► Direktinvestition

Möchte man ganz genau sicherstellen, dass das Geld auch dort landet, wo man es haben will, kann die Wahl auf Direktinvestitionen zum Beispiel in Windkraftanlagen oder Aufforstungsprogramme oder den Kauf von Aktien einzelner Unternehmen fallen.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Man sieht direkt, in was man investiert. Die Risiko- und Renditesituation ist für Laien im Voraus jedoch kaum einschätzbar. Zudem sind hier oft große Summen notwendig.

► Aktienfonds

Als Kleinanleger solltest du dir daher besser Aktienfonds und ETFs anschauen. Hier erwirbt man mit einem Anteil einen ganzen Korb an Wertpapieren. Das Risiko ist somit breiter gestreut.

Das bedeutet: Performt ein Unternehmen schlechter, können das andere für dich auffangen. Es ist somit nicht gleich alles verloren. Gerade für Neueinsteiger und Menschen mit kleinem Budget ist diese Investitions-Variante eine gute Option.

Dazu muss man nicht gleich zu einer Eco-Bank wechseln. Fast alle Banken bieten mittlerweile einzelne nachhaltige Produkte an.

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Wer sicher gehen will, dass seine Geldanlage einem guten Zweck dient, sollte über eine Direktinvestition in Windkraftanlagen oder Aufforstungsprogramme nachdenken.

Nicht überall, wo nachhaltig drauf steht, ist auch nachhaltig drin

Ob ein Finanzprodukt nachhaltig ist, oder nicht, lässt sich an den ESG-Kriterien festmachen.

ESG steht für ökologisch (ecological), sozial (social) und guter Unternehmensführung (governance).

In Deutschland sind über 400 Nachhaltigkeitsfonds zugelassen. Über deren Qualität informieren Ratingagenturen wie Morningstar oder Oekom Research. Denn die Krux an der Sache ist: Nicht überall, wo nachhaltig drauf steht, ist auch nachhaltig drin.

So haben Stiftung Warentest und die Verbraucherzentrale 2017 46 Investitions- und Rentenfonds getestet. Das Ergebnis: 39 der 44 untersuchten Investmentfonds schließen in ihren Paketen Unternehmen der Kohle- und Ölindustrie nicht aus.

Nur ein Aktienfond bemühte sich konsequent, Problembranchen wie Waffen, Atomenergie und Gentechnik zu meiden.

Eine Orientierungshilfe bietet das Gütesiegel des Forums für Nachhaltige Geldanlagen. 2018 tragen 45 deutsche Fonds das FN-Siegel.

Nachhaltigkeit ist nicht weniger wirtschaftlich 

Nachhaltige Fonds performen dabei nicht schlechter als gewöhnliche. Ein Beispiel ist die Eco-Variante des MSCI-World, dem MSCI World SRI.

Der MSCI-World ist ein Aktienindex, der die Entwicklung von über 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern abbildet – die meisten aus der USA.

Die nachhaltige Version konzertiert sich auf umweltfreundlichere Unternehmen und entsprechend andere aus, die beispielsweise gegen die Menschenrechte verstoßen.

Dadurch wächst er nicht schlechter als der MSCI-World selbst, sondern liegt sogar einige Punkte darüber. Im letzten Jahr wuchs er im 24,34 Prozent. Auch der Dow Jones Sustainability World Index legte mit einem Plus von 13,64 Prozent ordentlich zu. 

Ein deutsches Beispiel ist der Global Challenges Index der Börse Hannover und der Nachhaltigkeits-Rating-Agentur Oekom Reseach.

In diesen schaffen es nur 50 Unternehmen, die besondere Kriterien erfüllen. Zu diesen zählen etwa der besondere Verdienst zur Bekämpfung des Klimawandels, Verbesserung des Zugangs zu Trinkwassers oder ein nachhaltiger Umgang mit Wäldern.

In den letzten drei Jahren legte der Index um 11,40 Prozent zu.

So kannst du die Welt mit 25 Euro im Monat verbessern 

Eine weitere Variante sind sogenannte Themenfonds. Klassischerweise beziehen sich diese auf spezielle Sektoren, wie erneuerbare Energien oder grüne Immobilien.

Aber auch Mikrofinanz-Fonds sind eine Möglichkeit. Das investierte Geld wird dabei als Kredite von 20 bis 10.000 Euro an Menschen in der ganzen Welt vergeben, vornehmlich Entwicklungsländern.

Diese können es zur Wohnungsrenovierung, für Schulgebühren oder ein eigenes Geschäft verwenden. Die Renditen liegen bei rund 2 bis 3 Prozent. Mikrokredite sind kein alleiniges Heilmittel für Armut, können jedoch einen Beitrag leisten.

Seit ihrem Aufkommen wurden Mikrokredite schon häufig Werkzeug zur Ausbeutung, weshalb man sich als Anleger auch hier bewusst mit den angebotenen Produkten auseinandersetzen sollte.

Für die genannten Anlagevarianten muss das eigene Budget nicht sonderlich groß sein. Schon 25 Euro im Monat können dein Leben und das anderer verändern.

Wie du ein Depot eröffnest und in ETFs investierst, zeigen dir die “Kleingeldhelden” in ihrer 25-Euro-Challenge. Sei mit dabei, wenn wir unser Geld transparent anlegen und lerne, wie du das auch tun kannst. Melde dich dazu für unseren kostenlosen Newsletter an – und erschaffe dir dein eigenes grünes Vermögen.

Dieser Text wurde von Sabina Kist verfasst und erschien zuerst bei Kleingeldhelden. Er wurde von Anna Rinderspacher für die Veröffentlichung auf HuffPost angepasst. 

(amr)