ELTERN
03/01/2019 14:22 CET | Aktualisiert 03/01/2019 14:28 CET

Nachbar beschwert sich über autistisches Kind – so reagiert die Mutter

Der Nachbar droht sogar, die Mutter bei den Behörden zu melden.

Westend61 via Getty Images
Weil das Kind täglich schreit, beschweren sich die Nachbarn (Symbolbild). 
  • Eine alleinerziehende Mutter aus Neuseeland hat eine unerfreuliche Nachricht eines Nachbarn erhalten.
  • Er beschwert sich, weil ihr Sohn täglich schreit – dabei hat das Kind Autismus. 

Als die alleinerziehende Ana Gray aus dem neuseeländischen Napier am 2. Januar ihren Briefkasten öffnet, findet sie leider keine verspäteten Neujahrsgrüße: Stattdessen erwartet sie ein erboster Brief ihres Nachbarn, berichtet die britische Boulevardzeitung “Mirror”. Der anonyme Verfasser beschwert sich über den Lärm, den Grays Sohn wohl täglich verursacht. 

Tatsächlich bricht der siebenjährige Wiremu häufig in Schreikrämpfen aus. Was offenbar nicht alle Anwohner im Gebäude wissen, ist, dass Wiremus Anfälle mit seiner Krankheit zusammenhängen: Bei dem Kind wurde Autismus und eine allgemeine Entwicklungsstörung diagnostiziert. 

Mehr zum Thema: Ich bin 21 und habe Autismus – so sehe ich die Welt

“Wenn du nicht dafür sorgst, dass dieses Kind aufhört zu schreien, melde ich dich beim Jugendamt”, heißt es in dem kurzen Brief an Gray. “Wir alle hier können das Geschrei nicht mehr ertragen und wir werden den Vermieter informieren.”

Die Mutter reagiert verständnisvoll auf den Brief des Nachbarn

Doch Gray wird nicht zornig über den Brief ihres aufgebrachten Nachbarns, sondern zeigt Verständnis und will sich gerne entschuldigen sowie ihre Situation erklären. Weil sie allerdings nicht weiß, wer den Zettel geschrieben hat, verfasste sie eine Botschaft auf Facebook.

“Ich würde gerne von Angesicht zu Angesicht mit der Person sprechen, um ihr die Situation zu erklären. Das alles ist sehr schwierig für mich.”

Wiremus Zustand hat sich in letzter Zeit wohl verschlechtert, aktuell wartet er auf einen Termin bei einem Kinderarzt, der ihm vielleicht helfen könnte. “Momentan kann ich nichts tun”, erklärt Ana Gray, die sich noch um drei weitere Kinder kümmert. 

Allerdings versteht sie, dass die Nachbarn sich wegen der Lautstärke seiner Ausbrüche beschweren. Trotzdem liebt sie ihren Sohn über alles: “Er ist für andere Menschen vielleicht nicht perfekt, aber für mich ist er das.”

(kiru)