POLITIK
10/12/2018 14:46 CET | Aktualisiert 10/12/2018 17:36 CET

Umfragen zeigen, wo die CDU mit AKK wieder Anschluss findet

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Im Video oben seht ihr die kompletten Umfrageergebnisse.

► Die Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) zur neuen Parteichefin verschafft der CDU Rückenwind. Im nach dem Parteitag in Hamburg ermittelten RTL/n-tv-Trendbarometer legte die Union um 3 Prozentpunkte auf 32 Prozent zu und kann damit wieder die 30-Prozent-Marke überwinden.

► Unmittelbar vor dem Parteitag landete die Union noch bei 29 Prozent.

► Bemerkenswert: Die Grünen verlieren drei Prozentpunkte. Bei allen anderen Parteien ändert sich nichts. Es scheint also, als würde AKK vor allem Grünen-Wähler ansprechen.

► Fast die Hälfte der Wahlberechtigten (46 Prozent) hält die Wahl von AKK zur CDU-Chefin für “eine gute Lösung”. Nur 28 Prozent der Befragten zeigen sich enttäuscht – 24 Prozent wäre Friedrich Merz, 4 Prozent Jens Spahn lieber gewesen.

Eine repräsentative Umfrage des Online-Meinungsforschungsinstituts Civey für “Spiegel Online” belegt, dass vor allem Anhänger der Grünen und der Union aber auch der SPD und der Linken den Wahlausgang mehrheitlich positiv bewerten.

Ganz anders die FDP- und AfD-Wähler: 80,3 beziehungsweise 88,8 Prozent bewerten ihn negativ. 

Wie die Wahl Kramp-Karrenbauers die anderen Parteien beeinflußt:

Viele Beobachter sehen in der Wahl Kramp-Karrenbauer eine Beibehaltung des jetzigen CDU-Kurses von Kanzlerin Angela Merkel. Die fischte regelmäßig im sozialdemokratischen Milieu (Mindestlohn) und schliff einige konservative Werte (Homo-Ehe). 

Vor allem die FDP, aber auch die AfD dürften deshalb aufatmen. Anders als im Falle einer Wahl des wirtschaftsliberalen Kandidaten Friedrich Merz, bleibt gerade für die Liberalen nun mehr Bewegungsfreiheit. 

“Die FDP steht vor der Schwierigkeit, sich einerseits als rechtsstaatliche Alternative zur Union darzustellen, sich aber andererseits stark genug von der AfD abzugrenzen”, sagte Demoskop Peter Mannott der HuffPost. Das könnte nun gelingen. 

Auf der anderen Seite dürfte es der SPD auch weiterhin schwierig fallen, sich innerhalb der GroKo gegenüber der Union abzusetzen und eigene Akzente zu setzen. Bei Merz oder auch Spahn als neuen CDU-Chef hätten die Sozialdemokraten deutlicher an Profil gewonnen.

Andererseits könnten die Wählersympathien für AKK auch andeuten: Viele Grünen-Anhänger stehen einer künftigen Koalition mit der Union unter einer Kanzlerin Kramp-Karrenbauer offen gegenüber – bei Merz oder Spahn wäre die Ablehnung wohl deutlich höher.

(mf / lp)