NACHRICHTEN
14/09/2018 20:36 CEST

Nach Kritik an Tweet: Sawsan Chebli verlässt unter Tränen den Plenarsaal

Ihr Aufruf zu mehr Radikalität wurde stark kritisiert.

  • Nach einem Tweet zu den Ausschreitungen in Chemnitz steht Sawsan Chebli in der Kritik.
  • Diese ging am Freitag so weit, dass die SPD-Politikerin unter Tränen den Plenarsaal verließ.
  • Im Video oben seht ihr die Aufnahmen aus dem Abgeordnetenhaus.

Mit einem Tweet zu den Ausschreitungen in Chemnitz machte sich Berlins Staatssekretärin Sawsan Chebli nicht nur Freunde. Auf ihrem Twitter-Account forderte die Politikerin nämlich mehr Radikalität gegen Rechts.

“Wir sind zu wenig radikal”, schreib sie dort. Zwar ist der Tweet mittlerweile gelöscht, trotzdem sorgte er jetzt im Abgeordnetenhaus für Diskussionen.

Chebli betone mit ihrer Entweder-Oder-Rhetorik im Namen der Demokratie das “Trennende” und spalte damit die Gesellschaft, warf ihr Burkard Dregger, der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Berliner Senat, vor. 

Laut “Berliner Zeitung” habe er sie besonders für das Wort “radikal” kritisiert.

Chebli verließ Plenarsaal unter Tränen

► Daraufhin verließ Chebli den Sitzungssaal unter Tränen. 

Schon lange vor der Debatte hatte sie versucht, ihren Tweet in einem weiteren Beitrag zu erklären.

Sie schrieb, dass sie “radikal im Bekenntnis zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit” gemeint habe. Das Wort wolle sie “angesichts der ekelhaften rechten Gewalt” allerdings nicht mehr verwenden.

Nun meldet sich Chebli erneut auf Twitter zu Wort. Sie schreibt:

“Hass, Rassismus, Sexismus. All das ist Gift. Und Gift macht etwas mit einem. Aber nichts kann die Liebe, die meine Eltern in mein Herz gepflanzt haben, töten. Und den Kampfgeist auch nicht. Niemals. Danke für euren Support!”

Chebli steht nicht zum ersten Mal in der Debatte

Es ist nicht das erste Mal, dass die SPD-Frau im Fokus der Medien steht. Anfang September hatte der österreichische ÖVP-Abgeordnete Efgani Dönmez einen sexistischen Tweet über sie verfasst. Dieser lässt sich so deuten, dass die SPD-Frau ihre politische Karriere sexuellen Handlungen verdanke.

Außerdem wurde Chebli für ihre Aussagen zur Vereinbarkeit von Scharia und Grundgesetz kritisiert, unter anderem vom Berliner CDU-Abgeordneten Kai Wegner. Er attackierte sie wegen ihrer angeblichen Nähe zum Islamismus. Sie wies die Vorwürfe zurück.