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09/06/2018 16:36 CEST | Aktualisiert 09/06/2018 17:41 CEST

"Immer noch dankbar": So reagiert Fußballer Gündogan auf das Pfeifkonzert

Mats Hummels geht davon aus, dass über das Thema noch geredet werden muss.

  • Nationalspieler Gündogan hat sich geäußert, nachdem er wegen seines Treffens mit dem türkischen Präsidenten ausgepfiffen worden war.
  • Sein Kollege Mats Hummels sieht die Diskussion über die Erdogan-Affäre noch nicht beendet.
  • Im Video oben seht ihr, was Bundestrainer Jogi Löw dazu sagt.

Jedes Mal, wenn Ilkay Gündogan am Freitag im letzten WM-Testspiel vor der Fußballweltmeisterschaft Ballkontakt hatte, pfiffen die Zuschauer. Die deutsche Mannschaft hatte in Leverkusen gegen Saudi-Arabien gespielt.

Am Samstagnachmittag reagierte Gündogan auf Twitter und schrieb, er sei “immer noch dankbar, für dieses Land zu spielen”.

Gündogan und sein Kollege Mesut Özil hatten sich Mitte Mai mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan fotografieren lassen. Gündogan, der wie Özil deutscher Staatsbürger ist, hatte Erdogan außerdem ein Trikot mit der Aufschrift “für meinen verehrten Präsidenten” übergeben.

Viele in Deutschland hatten diese Geste von Nationalspielern gegenüber dem zunehmend diktatorisch agierenden Erdogan als unangemessen kritisiert.

Bundestrainer Joachim Löw und Manager Oliver Bierhoff reagierten zunehmend gereizt auf die Diskussion. Vor dem Spiel hatte Bierhoff noch geschimpft, die Medien brächten das Thema doch nur auf, weil sie nichts anderes zu berichten hätten.

Dann folgte das Pfeifkonzert.

Hummels will nochmal reden 

DFB-Abwehrspieler Mats Hummels findet, man müsse über die Erdogan-Affäre und ihre Folgen noch einmal reden. “Das besprechen wir auf jeden Fall nochmal”, sagte er in einem Interview in der Mixed Zone nach dem Spiel. 

Das klang schon anders als das, was Löw (den ihr auch oben im Video seht) und Bierhoff teils vor dem Spiel gesagt hatten. Dennoch nannte Hummels die Pfeiferei “misslungen”.

Zuvor sei die Atmosphäre beim Spiel “so schön” gewesen. Doch dann hätten die Fans auch aufgehört, die anderen Spieler zu unterstützen. Sie hätten nur noch auf die nächste Gelegenheit zum Pfeifen gewartet.

“Wir wissen alle, dass die Aktion unglücklich war”, sagte Hummels über das Treffen mit Erdogan. “Aber dass wir jetzt wegen sowas in einem Heimspiel einen deutschen Fußballnationalspieler auspfeifen ...”

Jeder habe sich schon mal etwas zuschulden kommen lassen. “Und wenn man die beiden sieht, war da wiklich noch nicht sehr viel.”

(ks)