POLITIK
21/08/2018 22:07 CEST | Aktualisiert 22/08/2018 23:21 CEST

Eklat bei Anti-Merkel-Demo: ZDF-Frau richtet klare Botschaft an Polizei

Sogar der Ministerpräsident hatte sich eingeschaltet.

  • Vergangene Woche wurden ZDF-Journalisten bei Dreharbeiten am Rand einer Anti-Merkel-Demo in Dresden von Polizisten festgehalten.
  • Die “Frontal 21”-Moderatorin nahm in der Sendung am Dienstag Stellung zu den Vorwürfen – mit eindringlichen Worten.
  • Im Video oben seht ihr, was Dresdner über die Pegida-Demos denken. 

“Frontal 21”-Redaktionsleiterin Ilka Brecht hat sich mit mahnenden Worten an die sächsische Polizei gewandt.

In dem Nachrichtenmagazin am Dienstag rekonstruierte das ZDF den Eklat, zu dem es vergangene Woche zwischen Journalisten des Senders und der Polizei am Rande einer Anti-Merkel-Demo in Dresden gekommen war.

Brecht erklärte, der Polizeichef von Dresden habe die Redaktion zu einem klärenden Gespräch geladen.

“Wir werden ihm sagen, was wir für selbstverständlich halten”, sagte die Moderatorin, “dass das Grundrecht auf freie Berichterstattung verteidigt werden muss – auch von Polizisten.”

Das war passiert:

Der ZDF-Journalist Arndt Ginzel und ein Kameramann waren laut Aussagen des ZDF von der Polizei rund 45 Minuten lang an der Arbeit gehindert worden. Gleich zweimal kontrollierten die Beamten ihre Presseausweise, nahmen die Anzeige eines Demonstranten gegen die Reporter auf.

Polizeibeamte hätten sich damit “zur Exekutive der Pegida-Bewegung” gemacht, kritisiert der Journalist.

Gegenüber der HuffPost begründete Polizeisprecher Marko Laske die Maßnahme damit, dass der “Verdacht einer Straftat” und eine Anzeige vorlag. “Die Polizei muss jeden Verdacht einer Straftat aufnehmen, das ist ihre Aufgabe”, betonte Laske. 

Während der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sich bei Twitter früh hinter die Polizisten stellte (“Die einzigen Personen, die in diesem Video seriös auftreten, sind Polizisten”), kritisiert Gernot Lehr, Fachanwalt für Medienrecht, das Vorgehen der Polizei im ZDF.

Er nannte die Maßnahmen der Polizei “unverhältnismäßig”. 

(ll)