POLITIK
09/08/2018 21:25 CEST | Aktualisiert 09/08/2018 21:25 CEST

Nach Brandbrief an Merkel: Düsseldorfs OB bekam Morddrohungen

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► Ein Schreiben mit Folgen: In einem gemeinsamen Brief an Kanzlerin Angela Merkel hatte Düsseldorfs Rathauschef Thomas Geisel zusammen mit den Oberbürgermeistern von Köln und Bonn der Bundesregierung angeboten, in Not geratene Flüchtlinge aufzunehmen.

► Nun hat Geisel in einem Interview mit der SPD-Parteizeitung “Vorwärts” erklärt, dass er in der Folge neben rassistischen Hassbotschaften auch “unverhohlene Morddrohungen” bekommen habe. Sein Büro hätten die Mails ab den Staatsschutz weitergeleitet.

► Ungeachtet der Kritik verteidigte der SPD-Politiker seinen Standpunkt: Der offene Brief war ein “humanitäres Signal”, um dem „barbarischen Zustand“ zu beenden, dass im Mittelmeer “Menschen ertrinken, weil sie nicht gerettet werden können oder dürfen”. Seine Stadt ist “selbstverständlich” weiter dazu bereit, die Geretteten aufzunehmen. 

Darum ist die Position des Düsseldorfer Oberbürgermeisters wichtig: 

Vor allem rechte Politiker und Parteien, darunter auch die AfD, machen die Flüchtlingsretter für die Toten im Mittelmeer (mit)verantwortlich und bezichtigen sie der “Schlepperei”. 

Bereits mehrere Studien haben gezeigt, dass es keinen Belege für diese Behauptungen gibt. 

Dem Beispiel der drei Städte an Rhein folgten seitdem anderen Orte, die sich einerseits für die Aufnahme von geretteten Flüchtlingen stark machten. Und die damit andererseits ein Zeichen gegen den den Rechtsruck in Europa setzten.

Fakt ist auch: Die Mehrheit der Deutschen unterstützt die private Seenotrettung auf dem Mittelmeer.